Rossknödel fallen wo und wie sie sollen

6. Juli 2004, 10:56
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Wiens Fiaker schnallen ihren Rössern - trotz vollmundiger und anders lautender Ankündigungen - nun doch die "Apfeltasche" um

Wien - Und sie bewegen sich doch: Wiens Fiaker schnallen ihren Rössern - trotz vollmundiger und anders lautender Ankündigungen - nun doch die "Apfeltasche" um: Jene Vorschrift, die besagt, dass Fiakerpferde mit "Pooh-Bags" ausgerüstet werden müssen, wird großteils eingehalten: Rund 80 Prozent der Tiere tragen bereits die Pferdewindel. Das hat ein Lokalaugenschein mit Ernst Graf vom Büro für Sofortmaßnahme des Magistrats am Donnerstag ergeben. Das Gesetz ist seit 21. Juni in Kraft, strenge Kontrollen waren ab Juli angekündigt.

Verweigerer sind deutlich in der Minderzahl

"Die Verweigerer sind deutlich in der Minderzahl", zeigte sich Georg Niedermühlbichler, der stellvertretende SPÖ-Bezirksvorsteher der Inneren Stadt erfreut. Die Einhaltung der neuen Gesetze werde aber auch in Zukunft genau beobachtet werden. Auch das Büro für Sofortmaßnahmen hat weitere Schwerpunktaktionen angekündigt.

Verwaltungsstrafe von bis zu 3500 Euro

Das Wiener Fiaker- und Pferdemietwagengesetz war Ende April im Wiener Landtag verschärft worden: Landet ein Rossapfel auf der Straße, droht dem Kutscher jetzt eine Verwaltungsstrafe von bis zu 3500 Euro. Ausnahmen von der Verpflichtung mit Apfeltasche durch die Stadt zu zuckeln gibt es nur, wenn ein Pferd laut Tierarzt-Attest den "Pooh-Bag" nicht verträgt. Dann wird allerdings ein jährlicher Pauschalbetrag für den Straßenreinigungsaufwand von 2775 Euro pro Zugpferd fällig. (rott, DER STANDARD Printausgabe 2,7.2004)

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