Regierung nimmt Verhandlungen mit Paramilitärs auf

20. Juli 2004, 11:31
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20.000 Kämpfer sollen bis Ende 2005 ihre Waffen niederlegen - "Befriedete Zone" mit 400 Quadratkilometern ausgerufen

Bogota - Im Norden Kolumbiens haben am Donnerstag Verhandlungen zwischen der Regierung und den rechten Paramilitärs begonnen. Ziel ist es, bis Ende nächsten Jahres die rund 20.000 Kämpfer der "Vereinigten Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens" (AUC) zu entwaffnen und ihre Organisation aufzulösen. Dies soll ein erster Schritt zur Befriedung des seit Jahrzehnten von einem Bürgerkrieg zerrissenen südamerikanischen Landes werden.

An dem Verhandlungsort Santa Fe de Ralito (rund 750 Kilometer nördlich von Bogota) fanden sich am Donnerstag neben dem Regierungsbeauftragten Luis Carlos Restrepo und zehn AUC-Kommandanten auch zahlreiche ausländische Diplomaten ein. Die Regierung von Präsident Alvaro Uribe hatte dort zuvor ein knapp 400 Quadratkilometer großes Gebiet zur befriedeten Zone erklärt, in der sich die Paramilitärs unbehelligt aufhalten können.

Die kolumbianischen Paramilitärs waren in den 80er Jahren als Selbstverteidigungskräfte der Grundbesitzer zum Schutz vor der linksgerichteten Guerilla gegründet worden. Inzwischen haben sich die Paramilitärs aber längst verselbstständigt, sind in den Drogenhandel verwickelt und werden für Massaker an der Zivilbevölkerung verantwortlich gemacht.

Die Kämpfe zwischen der Armee und der linksgerichteten Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) gingen währenddessen unvermindert weiter. Bei Gefechten im Süden Kolumbiens wurden mindestens 19 Guerilleros getötet, wie ein Militärsprecher am Donnerstag mitteilte. (APA/dpa)

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    Mitglieder der AUC bei der Durchsuchung eines Reisebusses.

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