Olympia: Mehr Beamte als Fans

4. Juli 2004, 23:28
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In Athen werden leere Tribünen befürchtet

Athen - In Griechenland hat gestern die umfangreichste und teuerste Sicherheitsoperation in der Olympia-Geschichte begonnen. Rund 37.000 Polizisten, Beamte der Küstenwache und der Feuerwehr sowie Experten aus dem Ausland kämmen die Anlagen durch, um sie dann bis zum Beginn der Wettkämpfe (11. August/Eröffnung am 13. August) für nicht akkreditierte Personen zu schließen.

Auch die Nachbarstaaten Albanien, Mazedonien, Bulgarien und die Türkei werden ihre Sicherheitskräfte stufenweise in Alarmbereitschaft versetzen und die Grenzkontrollen verschärfen. Wie der Direktor des albanischen Grenzschutzes, Arian Rruga, sagte, werden in den nächsten Tagen 6000 albanische Polizisten entlang der gemeinsamen Grenze mit Griechenland stationiert. Damit soll verhindert werden, dass Terroristen eindringen, hieß es. Das "Paket Sicherheit 2004" wird die Griechen mehr als eine Milliarde Euro kosten.

Lediglich zwei Stunden nach Inkrafttreten der Maßnahmen wurde ein Molotowcocktail auf ein Büro der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia (ND) im nordwestlichen Athener Vorort Ilion geworfen. Dabei entstand geringer Sachschaden.

Ein anderes Problem stellt der schleppende Kartenvorverkauf dar. Bisher wurden nur rund 35 Prozent der Tickets abgesetzt. "Erfolgreiche Olympische Spiele bedeuten auch volle Tribünen", sagte die stellvertretende Kulturministerin Fani Palli-Petralia im griechischen Parlament. "Wir müssen vorbeugen, um uns nicht zu blamieren. Wir brauchen eine Stimmung wie bei der Fußball-EM."

Parlamentsmitglieder schlugen vor, die übrig gebliebenen Karten an Bürger mit niedrigen Einkommen und an Arbeitslose zu verteilen. (red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 2.7. 2004)

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