Hirschmanns Spende für Klasnic

2. Juli 2004, 19:04
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Exlandesrat zieht Klage gegen Estag zurück und zeigt sich der steirischen VP "verbunden"

Graz - "Ich sehe mich durchaus als politisches Opfer", erklärte Gerhard Hirschmann bei einem kurzfristig einberufenen Pressegespräch am Donnerstag. Einmal mehr hatte ein Auftritt des ehemaligen VP-Landesrates etwas von einem Abschied von Hirschmanns "sehr geschätzten Medien".

Doch zu oft schon kündigte er an, sich nun weitgehend zurückzuziehen. Seine Rolle als "Aufdecker" und schließlich gefeuerter Vorstandsdirektor in der Affäre um die Landesenergieholding Estag scheint Hirschmann nun aber tatsächlich abgeschlossen zu haben.

Am Mittwochabend kam es zum Vergleich zwischen Hirschmann und der Estag, gegen die er seine Klage auf Wiedereinstellung zurückzog. Dabei betonte er, flankiert von seinem Anwalt: "Wir hätten den Prozess in jedem Fall gewonnen, aber erst in vier bis fünf Jahren." Das er die Sache nicht so lange zelebrieren wolle, habe einen persönlichen Grund: Seine Verbundenheit mit Landeshauptfrau Waltraud Klasnic und der steirischen VP. Klasnic nahm Hirschmanns Einigung mit der Estag "mit Erleichterung" zur Kenntnis und lobte seinen "scharfen Intellekt".

Die vom Energiekonzern angebotene Summe durfte Hirschmann aufgrund der Verschwiegenheitspflicht nicht nennen. Was er aber mit dem gesamten Betrag - nach Abzug seiner Unterhaltspflichten - vorhabe, schon: "Ich werde das Geld für öffentliche Zwecke spenden." Die erste Rate wolle er nächste Woche als Check mit einem sechsstelligen Betrag an Klasnic übergeben - für einen Härteausgleichsfonds für Mieter.

Eine Rückkehr in die Politik schließt Hirschmann vorerst aus, vielmehr werde er sich im Bereich Marketing und Kommunikation "in Richtung Wien verlagern". Sein Traumjob, scherzt er, ist ein anderer: "Trainer beim FC Chelsea oder beim SK Sturm. Aber vielleicht bewerbe ich mich ja auch bei der Grazer Wahl 2013 als Gemeinderat." (Colette M. Schmidt/DER STANDARD, Printausgabe, 2.7.2004)

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