Sozialbau beklagt Gebührenerhöhung

8. Juli 2004, 15:47
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37.000 für neue Wohnungen vorgemerkt

Wien - Die Sozialbau mit 44.200 verwalteten Miet-, Genossenschafts- und Eigentumswohnungen, Österreichs "größter private Hausherr", verzeichnete im Vorjahr erstmals eine massive Betriebskosten-Erhöhungen. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die Müllgebühren, die gleich um elf Prozent zulegten. Überdurchschnittlich erhöht hat sich auch die Wassergebühr mit plus 4,3 Prozent.

Ein Drittel der Mieter bekam dieser Tage eine Nachzahlungsaufforderung von durchschnittlich 63 Euro pro Wohnung. An zwei Drittel der Kunden konnten aber wieder Gutschriften von im Schnitt 100 Euro bezahlt werden, sagte Sozialbau-Chef Herbert Ludl bei der Bilanzpressekonferenz.

Mieten gleich geblieben

Gleich geblieben sind hingegen die Mieten. Die durchschnittliche Sozialbaumiete beträgt 2,62 Euro/m². Das liegt nicht nur deutlich unter der aktuellen Marktmiete von sieben Euro, sondern auch unter dem Richtwert (4,32 €/m²) und der Kategoriemiete.

Das erklärt auch die enorme Nachfrage nach Sozialbauwohnungen. Derzeit zählt Ludl 37.000 Vormerkungen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Demgegenüber stehen lediglich 1626 neue Wohnungen, die derzeit gebaut werden.

Wohnbaufördermittel zurückgezahlt

Erstmals hat die Sozialbau im Vorjahr Wohnbaufördermittel mit einem 50-prozentigen Nachlass zurückgezahlt. Ludl: "Wir haben 500 Wohnungen zurückgekauft und von den aushaftenden 9,4 Mio. Euro einen Nachlass von 4,7 Mio. Euro lukriert." Damit seien bei mehr als der Hälfte aller Miet-, und Genossenschaftswohnungen im Sozialbau-Konzern keine öffentlichen Darlehen aushaftend.

Durch diese außerordentlichen Maßnahmen konnte das Konzern-Ergebnis von 9,6 auf knapp 16 Mio. Euro gesteigert werden und jenes der Sozialbau AG von fünf auf 9,5 Mio. Euro verbessert werden.

Über 3500 Wohnungen wurden im Vorjahr saniert, um 40 Prozent mehr als im Jahr davor. Davon entfielen allein 3100 auf das von der Stadt Wien geförderte Thewosan-Programm zur thermisch-energetischen Verbesserung.

Noch heuer hofft Ludl auf die Entscheidung der Bundesimmobiliengesellschaft in Sachen Wilhelmkaserne im zweiten Bezirk. Dort will die Sozialbau 710 Wohnungen errichten. Die knappe Milliarde Euro, die der Finanzminister für den Verkauf der vier Wohnbaugesellschaften erzielte, nannte Ludl "einen anständigen Betrag der sich rechnen kann". (cr, Der Standard, Printausgabe, 02.07.2004)

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