Sommerliche Pausen für die Tachonadel

12. Juli 2004, 09:50
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Nervenstärke zum Reiseauftakt ist ab diesem Wochenende gefragt - nicht nur auf der Südautobahn sondern auch auf Flughäfen und Bahnhöfen

Am Wochenende schwappt dank Ferienbeginn inOstösterreich, Tschechien und in der Slowakeidie erste Urlauberwelle. Auf den Autobahnen,Flughäfen und Bahnstationen wird man in den kommenden Wochen viel Geduldbrauchen, prophezeien die Experten.

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Wien - 23 Kilometer auf einer Autobahn zu fahren ist an sich keine besondere Herausforderung. Liegen diese 23 Kilometer jedoch auf der Südautobahn im steirisch-kärntnerischen Grenzgebiet, braucht man ab diesem Wochenende Nervenstärke: Zwischen Mooskirchen und der Ausfahrt Wolfsberg-Nord sind 23 der 50 Kilometer Baustelle mit teils nur einer Richtungsfahrbahn. In Kombination mit dem Ferienbeginn in Ostösterreich, Tschechien und der Slowakei praktisch eine Staugarantie.

Großbaustellen

Aber nicht nur auf der A2 wird die Tachonadel längere Zeit untätig sein, prophezeien die Autofahrerklubs für die heurige Sommersaison. Der Autobahnbetreiber Asfinag freut sich zwar, 60 Prozent seiner Großbaustellen abgeschlossen zu haben, bevor der große Treck einsetzt. Es bleiben aber zusätzlich zu den schon traditionellen Staustellen wie Mautportalen und Tunnel noch genügend Baugruben übrig, um speziell an den Wochenenden für lange Wartezeiten zu sorgen (siehe Grafik rechts).

Ferienreiseverordnung

Einzig große Lkw wird man in den Schlangen nicht sehen, gilt doch seit Freitag bis Anfang September die Ferienreiseverordnung. Zusätzlich zum normalen Wochenendfahrverbot dürfen Lkw über 3,5 Tonnen dann Freitagnachmittag und Samstag ab 9 Uhr bestimmte Hauptreisestrecken nicht benützen. Wer kann, sollte dennoch unter der Woche in die Ferien aufbrechen, empfehlen der ÖAMTC und der ARBÖ.

Geduld auf Flughäfen und Bahnhöfen

In einer langen Schlange werden sich am Wochenende aber nicht nur Automobilisten wiederfinden. Auch auf den Flughäfen und Bahnhöfen ist Geduld gefragt - frühes Erscheinen ist ratsam.

Wer bei einer Flugreise die Wartezeit etwas reduzieren will, sollte vielleicht die Möglichkeit des Vorabend-Check-ins nutzen, die an fast allen Airports besteht. In Wien-Schwechat gibt es für Gäste der Star-Alliance-Gruppe seit kurzem die Möglichkeit, bei Automaten selbst einzuchecken und dabei auch seine Koffer aufzugeben.

Weniger Flugstress

Stellt man sein Gepäckstück auf das Förderband, ist aber Vorsicht geboten, warnt Johann Jurceka von der AUA. "Das System wiegt das Stück zweimal ab. Wenn zwischen dem ersten und zweiten Vorgang etwas verändert wird, muss der Vorgang wiederholt werden", erklärt er. Man solle sich beispielsweise nicht auf den Koffer lehnen, sobald er auf dem Förderband steht.

Stichwort Gepäck: Taschenmesser und Nagelfeilen sind an Bord des Fliegers verboten - um Schwierigkeiten zu vermeiden, sollte man sie also rechtzeitig in das Aufgabegepäck geben.

Größter Ansturm

Bei den Bundesbahnen rechnet man für Freitagnachmittag bis Samstagmittag mit dem größten Ansturm. Um ihn bewältigen zu können, werden insgesamt 1700 Sitzplätze sowie 200 Liege- und 100 Schlafwagenplätze zusätzlich über die Gleise rollen. Zwischen Wien-Südbahnhof und Villach wird am Samstagmorgen der Eurocity mit der Nummer 31 doppelt geführt.

(Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe 2.7.2004)

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