Gendefekt und Passivrauchen erhöhen Asthmarisiko

3. Juli 2004, 11:00
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Gefährdung steigt um das Fünffache

München - Wissenschaftler des Dr. von Haunerschen Kinderspitals der Universität München haben einen Gendefekt nachgewiesen, der das Asthmarisiko bei Kindern erhöht, die passivem Rauchen ausgesetzt sind. Das Team um Michael Kabesch analysierte die Daten von 3.000 Schulkindern. Jene mit rauchenden Eltern und Defekten bei einem Gen, das für die Entgiftung des Körpers von Rauch verantwortlich ist, waren gefährdeter an Asthma zu erkranken. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Thorax veröffentlicht.

Nichtraucher-Kinder mit geringerem Erkrankungsrisiko

Das untersuchte Gen kontrolliert das Protein Glutathione S Transferase (GST). Eine der Aufgaben dieses Proteins ist, den Körper von jenen Giftstoffen zu befreien, die mit dem Zigarettenrauch eingeatmet werden. Jene Kinder mit rauchenden Eltern und dem genetischen Defekt waren fünf Mal gefährdeter an Atemwegserkrankungen zu leiden als jene mit Eltern, die nicht rauchten.

Sie erkrankten fünf Mal häufiger an Asthma, niesten fünf Mal häufiger und waren neun Mal so häufig kurzatmig. Kinder mit einer anderen Mutation des GST Gens litten laut BBC unter ähnlichen mit dem Passivrauchen in Zusammenhang stehenden Lungenproblemen. Jene Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht hatten, verfügten über eine schlechtere Lungenfunktion als jene mit genetischer Mutation, deren Mütter nicht geraucht hatten. (pte)

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