Heute Entscheidung bei den Damen

3. Juli 2004, 16:29
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17-jährige Russin Maria Scharapowa spielt trifft auf die Titelverteidigerin Serena Williams

London - Titelverteidigerin Serena Williams aus den USA und Russlands Shooting Star Maria Scharapowa stehen sich heute im Damen-Endspiel auf dem heiligen Rasen in Wimbledon gegenüber. Williams setzte sich am Donnerstag im Halbfinale gegen die Französin Amelie Mauresmo nach hartem Kampf 6:7 (4),7:5,6:4 durch. Und auch die erst 17-jährige Scharapowa hatte im Generationenduell gegen die 28-jährige Lindsay Davenport aus den USA hart zu kämpfen, ehe der 2:6,7:6 (5),6:1-Erfolg im Trockenen war.

Williams stand im Zitterspiel gegen Mauresmo im regnerischen London schon vor dem Aus. Doch die wieder einmal an ihren schwachen Nerven scheiternde Französin gab ihr eine letzte Chance und verpasste den schon sicher geglaubten Einzug in ihr zweites Grand-Slam-Finale nach Melbourne 1999. Nach einem 2:27 Stunden währenden Kampf auf Messers Schneide durfte Serena Williams über den Dreisatzerfolg jubeln und weiter vom dritten Titel in Serie träumen. Das ist in Wimbledon zuletzt Deutschlands Ausnahmespielerin Steffi Graf zwischen 1991 und 1993 gelungen.

"Das war wirklich hart. Ich musste um jeden Ball kämpfen", erklärte Serena Williams nach ihrem Erfolg. "Das ist definitiv einer der schönsten Momente in meiner Karriere." Die 22-Jährige hatte sich nach ihrem Vorjahressieg acht Monate lang mit Knieproblemen herumgeplagt und erst bei den French Open ihr Grand-Slam-Comeback gefeiert.

"Sie hatte immer eine Antwort"

Scharapowa, die den bisher einzigen Vergleich mit Serena Williams in Miami im Frühjahr glatt verloren hat, machte Davenports Hoffnung zunichte, noch ein zweites Mal nach 1999 den Titel bei den All England Championships holen zu können. "Ich habe ziemlich gut gespielt, aber Maria hatte nach der zweiten Regenpause immer die bessere Antwort parat", sagte Davenport nach ihrem möglicherweise letzten Auftritt auf dem Rasen von Wimbledon.

Die Olympiasiegerin von 1996, die am Saisonende wohl aufhört, hatte das Match zunächst sicher im Griff. Doch dann übernahm ihre elf Jahre jüngere Kontrahentin mit harten, platzierten Schlägen die Regie. Nach ihrem Erfolg beim Vorbereitungsturnier in Birmingham greift die Russin, die im Halbfinale erstaunlich ruhig spielte, nach ihrem zweiten Rasen-Titel. Es wäre ihr insgesamt vierter Turniersieg, der mit einem Preisgeld von 840.000 Euro belohnt wird.

Erste Final-Russin seit 1974

"Ich hätte nie gedacht, dass ich schon in diesem Alter einen solchen Erfolg haben würde", lautete der zufriedene Kommentar von Scharapowa, die als erste Russin seit seit Olga Morozowa 1974 ins Wimbledon-Finale einzog. Sie ist im Tennis-Mekka die zweitjüngste Finalistin der "Open Era", nur die Schweizerin Martina Hingis, die 1997 im zarten Alter von 16 Jahren und neun Monaten den Titel gewann, war bisher noch jünger.

Mit den Erfolgen von Scharapowa geht der russische Vormarsch im Frauentennis, der sich durch eine große Breite schon lange angekündigt hat, nun auch auf höchster Stufe ungebremst weiter. Vier Wochen nach der "Klubmeisterschaft von Spartak Moskau" im Finale in Roland Garros zwischen Anastasia Myskina und Jelena Dementjewa steht nun erstmals eine Spielerin aus Sibirien im Mittelpunkt der Tennisszene. (APA/dpa)

  • Scharapowa beeindruckt in Wimbledon.

    Scharapowa beeindruckt in Wimbledon.

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