AK-Tumpel: Frauenarbeitslosigkeit "alarmierend"

1. Juli 2004, 16:28
posten

Zusätzliche AMS-Mittel für Frauenschwerpunkt und Sonderprogramm für Wiedereinsteigerinnen gefordert

Wien - "Die Lage am Arbeitsmarkt ist weiterhin dramatisch", kommentierte Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel die heute, Donnerstag, bekannt gegebenen Arbeitslosenzahlen für Juni. Die Frauenarbeitslosigkeit sei erneut mit 2,7 Prozent auf 94.000 überdurchschnittlich angestiegen. "Besonders alarmierend" sei die steigende Arbeitslosigkeit bei den Wiedereinsteigerinnen. Daher seien "zusätzliche Mittel für das AMS" notwendig, damit im kommenden Jahr ein Frauenschwerpunkt- und Sonderprogramm für Wiedereinsteigerinnen gestartet werden kann.

Da die BezieherInnen von Kinderbetreuungsgeld zu den Beschäftigten zählen und sich die Arbeitslosenquote aus dem Verhältnis Beschäftigte zu Arbeitslose errechnet, werde die statistisch ausgewiesene Arbeitslosenquote der Frauen durch die scheinbar höhere Beschäftigung beschönigt, betont Tumpel. Werde die Arbeitslosigkeit an den Aktivbeschäftigten (ohne Kindergeldbezieher) gemessen, liege die Arbeitslosenquote der 20- bis 39-jährigen Frauen für Mai 2004 nicht wie ausgewiesen bei 6,5 Prozent, sondern tatsächlich bei 7,5 Prozent.

Längere Berufsunterbrechungen

Das Kinderbetreuungsgeld führe zu längeren Berufsunterbrechungen und damit zu erhöhten Problemen bei der Berufsrückkehr, meint Tumpel. Neben Qualifikastionsverlusten sei die Tatsache zu nennen, dass der Kündigungsschutz vor Ablauf des Kinderbetreuungsgeldbezuges endet.

Die geforderten zusätzlichen Mittel sollten vor allem dazu genutzt werden, den Verlust von Qualifikation zu verhindern und helfen, Versäumtes nachzuholen bzw. zu einer Berufsqualifikation zu kommen. Weiters fordert Tumpel den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und der öffentlichen Angebote in der Betreuung älterer und pflegebedürftiger Menschen.

Nötig sei auch eine "Verbesserung beim Kinderbetreuungsgeld" selbst. Wenn Frauen sich für Teilzeitarbeit während der Kinderbetreuungsgeld-Bezugs entscheiden, sollte dafür keine Zuverdienstgrenze gelten. Frauen sollen auch wählen können, ob sie zweieinhalb Jahre lang das normale Kinderbetreuungsgeld wollen oder ein erhöhtes für zwei Jahre. Weiters sollte das Recht auf Elternteilzeit für alle Arbeitnehmer gelten, meint Tumpel. (APA)

Share if you care.