Arbeiterkammer fordert Kurssystem statt Sitzenbleiben

16. Juli 2004, 15:32
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Vorbilder Finnland, Schweden oder Großbritannien

Wien - Um die hohen Kosten für Nachhilfe und Sitzenbleiben sowie die Zahl der Schulabbrecher zu reduzieren, fordert die Arbeiterkammer (AK) Wien die Einführung eines Kurssystems in der Oberstufe. Derartige Systeme sind in Finnland, Schweden oder Großbritannien verwirklicht. Dabei muss etwa beim finnischen Modell im Fall von negativen Noten im schlechtesten Fall der Kurs, nicht aber das ganze Jahr wiederholt werden.

Kosten

Die Kosten, die durch Klassenwiederholungen pro Jahr entstehen, belaufen sich laut AK für den Staat auf 300 Millionen Euro. Das in Österreich mit dem Schuljahr 1996/97 eingeführte Frühwarnsystem habe nur kurzfristig für einen Rückgang der hohen Repetentenquote gesorgt. In den vergangenen Jahren sei die Quote der Wiederholungen neuerlich im Steigen. Nur eine Reform des Frühwarnsystems, wie es das Bildungsministerium plane, sei daher zu wenig.

Repetentenquote könnte gesenkt werden

Mit einem Kurssysteme in der Oberstufe könnten aber nicht nur die Repetentenquoten gesenkt werden. Damit wäre auch eine bessere Förderung von Interessensschwerpunkten möglich. Für die Unterstufe fordern die AK-Experten ein automatisches Aufsteigen mit einem Nicht-Genügend und ein Mitspracherecht der Eltern bei zwei Nicht-Genügend bzw. Klassenwiederholungen. Ein individuelles Angebot an Förderunterricht in der Schule sollte die Situation ebenso verbessern, wie eine schrittweise Senkung der Klassenschülerzahlen, insbesondere in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen. Nicht zuletzt plädiert die AK für ganztägige Schulformen, vor allem in der Pflichtschulzeit. (APA)

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