Linz im Kulturstadt-Rennen

3. Juli 2004, 14:50
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Mit der Präsentation eines Konzeptes bewirbt sich Oberösterreichs Landeshauptstadt offiziell für 2009

Mit einem Budget von rund 60 Millionen Euro sollen Linz und Oberösterreich auf der europäischen "Kulturkarte" klar positioniert werden.


Linz - Mit einer 115-seitigen Hochglanzbewerbung steigt die Landeshauptstadt Linz jetzt auch offiziell in den kulturpolitischen Ring, um sich im Jahr 2009 mit den Federn einer "Europäischen Kulturhauptstadt" schmücken zu können. Die Bewerbungsunterlagen seien einerseits ein "Status quo der bestehenden Kulturlandschaft in Oberösterreich", würden aber andererseits auch einen "Ausblick auf die geplante Vorgehensweise geben", erklärte der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SP) anlässlich einer Präsentation am Donnerstag im Ars Electronica Center. Am 15. September werde man die offizielle Bewerbung dann Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (VP) und Kulturstaatssekretär Franz Morak (VP) überreichen, so das Linzer Stadtoberhaupt.

60-Millionen-Budget

Teil der nun vorliegenden Projektunterlagen ist auch ein mögliches Finanzierungskonzept: "Die Erfahrungen bisheriger Kulturhauptstädte zeigen, dass für ein Großprojekt dieser Dimensionen ein Budget von mindestens 60 Millionen Euro notwendig ist." Die Stadt werde dafür in den Jahren 2005 bis 2010 Ressourcen in der Höhe von 20 Millionen Euro wirksam machen", kündigte Dobusch an. Angestrebt werde - ähnlich wie in Graz - ein Finanzierungsmodell mit einer Drittelbeteiligung von Bund und Land sowie zusätzlich EU-Mittel und Kultursponsoring. Die Bewerbung sei eine "gute Chance für die Stadt und das gesamte Land, sich als Kulturhochburg zu positionieren, stellt sich auch Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) voll hinter Linz 2009.

Linz als mögliche "Kulturhauptstadt 2009" sei, so Vizebürgermeister Erich Watzl (VP), vor allem ein "Projekt der Bürger". Jeder sei "herzlich eingeladen, seinen Beitrag, in welcher Form auch immer, zu leisten", so Watzl. Einen ersten Einblick in die Bewerbungsunterlagen können Interessierte schon in den nächsten Tagen via Internet machen. Eines scheint aber schon vor einer EU-Entscheidung ganz klar zu sein: An der nötigen Selbstsicherheit wird das Projekt wohl kaum scheitern: "Keine Landeshauptstadt hat in den letzten 30 Jahren so viele kulturelle Erneuerungen bekommen. Die EU hat immer eine Stadt gewählt, die etwas Besonderes vorweisen kann, und davon gibt es in der Medienhauptstadt Linz mehr als genug", zeigen sich die Verantwortlichen siegessicher. (DER STANDARD, Printausgabe, 2.7.2004)

Von
Markus Rohrhofer

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linz2009.com
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