Autofahrer wollen im Inland reparieren lassen

19. Juli 2004, 13:21
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Konsumenten sehen Einsparpotenzial bei Ersatzteilen und alternativen Reparaturmethoden - Reparatur im Ausland nur für 34 Prozent vorstellbar

Wien - Die Generali-Versicherung hat sich am Donnerstag gegen Billigreparaturen durch ausländische Auto-Werkstätten, wie von der VAV-Versicherung zur Diskussion gestellt, erneut ausgesprochen und dabei auf eine bundesweite Umfrage verwiesen. Demnach wollen die heimischen Autobesitzer ihren Werkstätten die Treue halten und lieber billiger im Inland reparieren lassen. Um steigenden Reparaturkosten und damit höheren Kfz-Versicherungsprämien vorzubeugen, seien sie zu "Sparmaßnahmen" bereit, beruft sich die Generali auf eine von ihr in Auftrag gegebene aktuelle Studie des Wiener Marktforschungsinstituts Focus.

So sehen 62 Prozent der Autobesitzer Einsparungspotenzial bei den Ersatzteilen. Laut Generali akzeptieren sie an Stelle der mit ihrer Automarke gekennzeichneten Original-Teile gleichwertige "No-name"-Ersatzteile, so genannte "Identteile". Auch der Einsatz alternativer Reparaturmethoden findet der Umfrage zufolge mit 56 Prozent mehrheitlich Zustimmung: Als Beispiel wird angeführt, dass nach einem kleinen Steinschlag nicht gleich die ganze Windschutzscheibe ausgetauscht werden muss, sondern auch eine professionelle Reparatur des Steinschlags ausreicht. Auto-Reparaturen in einem "kostengünstigeren" neuen EU-Land können sich grundsätzlich zwar 34 Prozent vorstellen. Aber nur 18 Prozent wären tatsächlich damit einverstanden, um dadurch einer signifikanten Prämienerhöhung der Versicherung entgegenzuwirken.

Stammkunden

Für die relativ geringe Akzeptanz dieser Idee nennt die Generali zwei Gründe. Zum einen gaben 90 Prozent der Befragten an, dass sie eine Werkstatt ihres Vertrauens haben, in der sie als Stammkunden alle Pkw-Schäden reparieren lassen (für 96 Prozent davon handelt es sich dabei um eine Markenwerkstatt). Zum anderen ist für die befragten Kfz-Kasko-Versicherten eine professionelle Reparatur mit erstklassiger Qualität das wichtigste Kriterium - 89 Prozent halten dies für sehr wichtig. Fast ebenso wichtig sind mit 87 Prozent eine rasche Abwicklung und mit 85 Prozent ein reibungsloser, unbürokratischer Ablauf der Reparatur.

"Mangelndes Vertrauen in Ausländer"

"Dementsprechend dominiert aus Sicht der Kunden der Wunsch nach einer Reparatur in der eigenen heimischen Werkstatt. Das mangelnde Vertrauen in eine unbekannte, ausländische Werkstatt ist der Hauptgrund, weshalb die überwiegende Mehrheit der Kfz-Besitzer ihr Auto lieber in der 'eigenen' Werkstatt instand setzen lassen will", betont die Generali in einer Presseinformation vom Donnerstag.

Laut ihres Vorstands Bruno Friedl bestätigt die Untersuchung, dass das Potenzial für Billigreparaturen im Ausland bei österreichischen Kfz-Kasko-Versicherten niedrig ist. "Wir setzen jedenfalls verstärkt auf Verhandlungen mit der österreichischen Kfz-Wirtschaft, um adäquate Preise zu erzielen. Außerdem besichtigen wir drei Viertel aller beschädigten Autos, um so jeweils vor Inangriffnahme der Reparatur die exakten Kosten festzulegen." Neben dem Konsumentenschutz nennt Friedl die Interessen der österreichischen Wirtschaft und den Beitrag der Kfz-Werkstätten zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Österreich als weitere Argumente gegen Autoreparaturen in den benachbarten neuen EU-Ländern.(APA)

  • Laut einer Studie wollen die
heimischen Autobesitzer ihren Werkstätten die Treue halten und lieber
billiger im Inland reparieren lassen.
    foto: oeamtc

    Laut einer Studie wollen die heimischen Autobesitzer ihren Werkstätten die Treue halten und lieber billiger im Inland reparieren lassen.

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