Googles Social-Networking-Portal vor Gericht

18. Juli 2004, 12:04
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Silicon-Start-up klagt Suchriesen wegen Quellcode-Diebstahls an

Das kalifornische Start-up Affinity Engines zerrt den Suchriesen Google wegen dessen Social-Networking-Portal Orkut.com vor Gericht. Google bzw. ein Techniker des Unternehmens hätten einen Quellcode gestohlen, der bei Orkut zum Einsatz komme, lautet der Vorwurf. In der Klage, die beim Obersten Gericht von Kalifornien eingebracht wurde, macht das Silicon-Valley-Unternehmen Schaden in unbestimmter Höhe geltend und verlangt Lizenzgebühren von Google.

Vorwürfe zurückgewiesen

Google-Sprecher David Krane hat in einer ersten Reaktion die Vorwürfe zurückgewiesen und bekräftigt, dass Orkut keinen Quellcode von Affinity enthält, berichtet der Branchendienst Cnet. "Wir haben wiederholt angeboten, dass ein neutraler Experte die Codes in beiden Programmen vergleichen und Affinitys Behauptungen überprüfen soll. Dieses Angebot wurde von Affinity aber abgelehnt. Wir haben die Angelegenheit gründlich untersucht und keine Anhaltspunkte für die Beschuldigungen gefunden", erklärte Krane in einem E-Mail-Statement.

"Die Vorwürfe sprechen für sich"

Affinity-CEO Brian Samuels meinte hingegen lapidar: "Die Vorwürfe sprechen für sich." Demnach habe der ehemalige Angestellte Orkut Buyukkokten den Code gestohlen und zu Google, seinem neuen Arbeitgeber, mitgebracht. Dort habe Buyukkokten dann die Social-Networking-Plattform Orkut.com entwickelt. Google hat Orkut im Jänner gelauncht und versucht damit, auf den Erfolg von trendigen Netzwerk-Portalen a la Friendster aufzuspringen. Google hatte vor der Entwicklung von Orkut versucht, Friendster zu kaufen, war aber mit einem 30-Mio.-Dollar-Offert abgeblitzt.(pte)

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