Bures fordert "Entschuldigung ohne Wenn und Aber bei allen Frauen"

22. Juli 2004, 10:50
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Der Begriff könne nicht falsch verstanden werden

Wien - Die Nervosität in der FPÖ führe auch verbal zu Fehlleistungen, wie der Begriff "Boxenluder" zeige, so SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos. Der Begriff sei vollkommen inakzeptabel und zeige auch das Frauenbild der FPÖ. Die Erklärung Haiders, es handle sich um einen "sportlichen Ausdruck" sei noch peinlicher, so Bures, die eine Entschuldigung ohne Wenn und Aber bei allen Frauen für die verbale Attacke und die "sexistische Äußerung" von Haider forderte.

"Luder kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet 'Lockspeise', gemeint war damit Aas zum Anlocken von Raubwild. 'Die Zeit' schreibt dazu: 'Heute bedeutet es, weibliches Fleisch, das sich dumm stellt, um männliches Raubwild anzulocken'", so Bures über die eindeutige Definition des Begriffes, der offensichtlich nicht aus dem Rennsport stamme. Der Duden erkläre weiter, dass der Begriff als Schimpfwort gebräuchlich sei und eine "meist weibliche Person, die als durchtrieben bezeichnet wird" meine. "Das ist die Ausdrucksweise, die Jörg Haider gegenüber Frauen und der Justizministerin pflegt", so die Kritik Bures, "Ich hoffe, er wollte sie nicht so bezeichnen."

Haider solle sich ohne Wenn und Aber entschuldigen, denn der Begriff könne nicht falsch verstanden werden. Die Ankündigung, dass die Justizministerin auch als frauenpolitische Ansage verstanden werden soll, sei aufgrund des Umgangs nur mehr schwer aufrechtzuerhalten, so Bures. "Die meisten Frauen in diesem Land hegen aber ohnehin keine große Hoffnung, dass die Freiheitliche Partei die Interessensvertretung der Österreicherinnen, der Frauen in dem Land ist", unterstrich Bures abschließend. (red)

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