Venedig: Statuen-Zerstörer identifiziert

7. Juli 2004, 08:38
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Dogenpalast und Palladio-Kirche beschädigt - Der zuletzt hoch aktive Kunst-Vandale gilt als geisteskrank

Rom - Ein offensichtlich geisteskranker Ingenieur ist der Vandale, der in den vergangenen Tagen Statuen und Kapitelle in Venedig mit Hammerschlägen schwer beschädigt hat. Der 40-jährige Mann, der in einem öffentlichen Kunstinstitut gearbeitet hatte, wurde angezeigt und soll in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert werden, teilte die Polizei mit.

Der Mann wurde auf Grund der Phantombilder identifiziert, die die Polizei mit Hilfe einiger Touristen entwerfen konnten, die den Vandalen gesehen hatten. In seiner Wohnung wurden einige fehlende Fragmente der beschädigten Statuen gefunden.

Symbole venezianischer Zivilisation

Der Täter hatte drei Mal zugeschlagen: Am Montag wurden schwere Schäden an der Kirche "Santissimo Redentore" entdeckt, einem Meisterwerke von Andrea Palladio (1508-1580) aus dem 16. Jahrhundert. Ebenso an den Säulen des Dogenpalastes, dem einstigen Machtzentrum der Stadtrepublik am Markusplatz. Am Dienstag fanden Kunstexperten weitere Schäden an einer Petrus-Figur an einer Säule hinter dem Glockenturm am Markusplatz.

Der Bürgermeister von Venedig, Paolo Costa, rief die Venezianer auf, mit der Polizei zusammen zu arbeiten, um das enorme Kunsterbe der Stadt besser zu schützen. Er versprach, dass die Stadtverwaltung ein Netz von Videokameras aufstellen werde, um die bekanntesten Denkmäler zu beaufsichtigen. (APA)

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    Amputiert: Statue an Palladios Fassade

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