Kurdenführer Talabani gegen Todesstrafe für Saddam Hussein

2. Juli 2004, 14:11
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Opfer demonstrieren für irakische Übergangsregierung

Rom/Bagdad - Der irakische Kurdenführer Jalal Talabani hat sich gegen die Todesstrafe für den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein ausgesprochen. Saddam Hussein sei zwar "einer der schlimmsten Verbrecher der Welt" und "verantwortlich für den Tod von Millionen Menschen", sagte Talabani bei einem privaten Besuch in Rom der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" (Donnerstagsausgabe). "Aber ich bin Rechtsanwalt, und als solcher finde ich, dass er nicht zum Tode verurteilt werden darf." Saddam Hussein war am Vortag der irakischen Justiz überstellt worden und sollte am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Der frühere Präsident habe die Kurden "massakriert", sagte Talabani der Zeitung. "Er hat unsere Städte abgebrannt und zerstört." Der neue Irak, der gerade im Entstehen sei, müsse deshalb die Rechte der kurdischen Bevölkerung achten. "Wenn der Irak diese Verpflichtung nicht anerkennt, wird das das Ende der irakischen Einheit sein", zitierte die Zeitung den Chef der Kurdenpartei PUK. Dass die Kurden unabhängig würden, sei allerdings ausgeschlossen: "Wir müssen realistisch sein", sagte Talabani.

Vor der so genannten Grünen Zone in Bagdad, dem hermetisch gesicherten Regierungsviertel, demonstrierten etwa hundert Opfer der ehemaligen Führung für die Übergangsregierung unter Iyad Allawi. Auf Transparenten sprachen sich die Teilnehmer gegen den Terrorismus aus und begrüßten die Machtübergabe von den Vereinigten Staaten an den Irak. "Die meisten Leute hier waren unter Saddam politische Gefangene", sagte einer der Demonstranten, Hussein Abbas. "Wir verlangen die Wahrung unserer Rechte, einen Lohn und ein Stück Land." (APA)

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