Europarats-Abkommen zur biomedizinischen Forschung ratifiziert

2. Juli 2004, 20:06
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Ministerkomitee des Europarates nahm Protokoll an, das den Schutz von Testpersonen festschreibt

Paris - Das Ministerkomitee des Europarates hat ein neues Protokoll angenommen, das den Schutz von Testpersonen, die sich der Forschung zur Verfügung stellen, verbessert. Das Protokoll ist laut einer Aussendung der erste internationale Text, der das Ziel hat, ethische und rechtliche Normen bezüglich der biomedizinischen Forschung anzugleichen. Mit der Ratifizierung des Protokolls durch die 45 Mitgliedsstaaten des Europarates werden auf dem gesamten Kontinent dieselben Normen zum Schutz der teilnehmenden Testpersonen gelten.

Normen bezüglich Gefährdungsgrad

Das Protokoll entwirft Normen in Bezug auf den zulässigen Gefährdungsgrad der Personen, die sich der Forschung zur Verfügung stellen, und legt die Informationen, die den Testpersonen vor ihrer Einverständniserklärung gegeben werden müssen, detailliert dar. Es hebt hervor, dass auf die Testpersonen kein Druck - auch nicht finanzieller Natur - ausgeübt werden darf, um ihr Einverständnis zu einer Teilnahme zu erlangen. Es legt auch die Verpflichtung dar, die Pflege der Testpersonen bei ihrer Teilnahme an einem Forschungsprojekt zu gewährleisten.

Grundregeln für Notfallsituationen

Das Protokoll beschreibt auch, unter welchen Umständen Placebos eingesetzt werden können, ohne den Testpersonen dadurch eine unverzichtbare Behandlung vorzuenthalten. Das Protokoll stellt weiter Grundregeln für die Forschung in Notfallsituationen auf - zum Beispiel bei Koma-Patienten, die keine Einverständniserklärung abgeben können. Es legt auch die optimalen Arbeitsweisen bei der Kooperation mit Ländern fest, die das Protokoll nicht unterzeichnet haben wie beispielsweise Entwicklungsländer. (Apa)

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