ATX im Halbjahr nur knapp an 2.000er gescheitert

2. Juli 2004, 09:50
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Halbjahresbilanz: Wiens Börsenleitindex legte bis Ende Juni fast 30 Prozent zu - Von 20 ATX-Werten stiegen 18 zweistellig

Wien - Mit einem satten zweistelligen Kursplus hat die Wiener Börse das erste Halbjahr 2004 abgeschlossen. Die Krise im Nahen Osten, Terrorängste und der Höhenflug des Ölpreises sorgten auf dem internationalen Parkett zwar immer wieder für Turbulenzen. Dennoch zeigte sich der ATX bis Ende Juni in Top-Form und markierte dabei - zielstrebig auf die magische Marke von 2.000 Punkten gerichtet - ein Rekordhoch nach dem anderen.

Seit Jahresbeginn legte der Index der 20 wichtigsten heimischen Aktien in einem über weite Strecken freundlichen Umfeld um mehr als 440 Zähler oder 28,8 Prozent auf 1.989,40 Punkte (Schlussstand) zu. Wien war damit nicht nur in Europa sondern auch weltweit eine der besten Börsen. Gekrönt wurde die Performance am Mittwoch - genau zum Halbjahresultimo - mit einem neuen Allzeithoch im Handelsverlauf, das mit 1.998,66 Punkten nur hauchdünn unter der 2.000er-Grenze lag.

Seit Herbst 2002 steigende Kurse

Seit Herbst 2002 werden die Anleger nun schon mit steigenden Kursen verwöhnt. Analysten sind sich einig, dass der ATX in Fahrt bleibt und nach einer kleinen Korrektur im Sommer auch für den weiteren Jahresverlauf noch "Power" hat. Vor allem dank der Osteuropa-Fantasie und der damit zu erwartenden Gewinndynamik der meisten ATX-Unternehmen sollte das wichtigste Börsenbarometer Wiens bis Jahresende 2004 nach Einschätzung der BA-CA-Aktienexperten auf 2.040 Punkte und laut den Prognosen ihrer Kollegen in der Erste Bank auf 2.050 Punkte steigen.

"In Summe sind die Aktien auf Basis unserer Gewinnschätzungen noch unterbewertet", sieht BA-CA-Chefanalyst Reisenberger das Kurspotenzial bis Jahresende noch nicht ausgeschöpft. "Die Bewertung ist moderat geblieben", sagte auch Erste-Chefanalyst Friedrich Mostböck zur APA. Die Osteuropa-Ausrichtung sei ein großer Hebel bei Umsatz und Gewinn, damit sei das Gewinnsteigerungspotenzial der Unternehmen erhöht. Zu Mostböcks Favoriten zählen Andritz, Böhler-Uddeholm, BWT, Mayr-Melnhof, Telekom Austria und Wienerberger.

"Bullish"

"Wir sind für den ATX 'bullish', das haben wir schon zu Jahresanfang gesagt", erklärte Reisenberger. Auch wenn für die traditionelle Sommerflaute - seit 1990 hat der ATX in den Monaten Juli bis Ende September im Durchschnitt knapp 7 Prozent eingebüßt - eine leichte Kurskorrektur zu erwarten sei.

Diese Schwächephase sollte jedoch für einen Einstieg genutzt werden, empfielt der BA-CA-Börsenexperte. "Was die geopolitische Lage betrifft, gibt es derzeit nichts, was Sorgen bereiten sollte." Auch Gefahr von der Zinsseite sieht Reisenberger nicht: In den USA sei heuer zwar mit einigen Zinsschritte nach oben zu rechnen, in Europa aber erst frühestens Mitte 2005.

Von den insgesamt 20 ATX-Titeln schafften im ersten Halbjahr 2004 (gemessen am Ultimo 2003) gleich 18 Wertzuwächse im zweistelligen Prozent-Bereich. Am besten ließ sich in Wien bis Ende Juni mit VA Tech (plus 80,7 Prozent) und AUA (plus 87,3 Prozent) verdienen. Die Verbund-Aktie gehörte mit 57,1 Prozent Kurssteigerung neben BWT (plus 45,0 Prozent) und betandwin (plus 43,2 Prozent) ebenfalls zu den fünf stärksten ATX-Werten.

Indexschwergewichte legten um bis zu 36 Prozent zu

Die fünf größten Index-Vertreter, mit denen der ATX in der Regel steht und fällt, konnten im Halbjahr um rund 19 bis 36 Prozent zulegen: Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) verteuerte sich um 19,0 Prozent, Telekom Austria (TA) um 28,1 Prozent, Erste Bank um 31,8 Prozent, Wienerberger um 35,1 Prozent und OMV um 35,5 Prozent.

Einbußen gab es bei keinem ATX-Wert, relativ bescheiden fielen die Kurssteigerungen jedoch bei Andritz (plus 6,1 Prozent) und Generali Holding Vienna (plus 1,5 Prozent) aus. (APA)

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