Verschärfte US-Sanktionen gegen Kuba in Kraft getreten

6. Juli 2004, 11:30
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Bush will Karibikinsel "von der Tyrannei befreien" - Großer Andrang von Exil-Kubanern am Flughafen von Miami

Washington/Miami - Vier Monate vor der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten sind die verschärften US-Sanktionen gegen Kuba in Kraft getreten. Seit Mittwoch sind unter anderem Geldsendungen von in den USA lebenden Kubanern an Verwandte in der Heimat erschwert, Exil-Kubaner dürfen künftig nur noch alle drei Jahre einmal für maximal zwei Wochen enge Verwandte in Kuba besuchen. US-Präsident George W. Bush hatte die verschärften Zwangsmaßnahmen gegen den kommunistisch regierten Staat Anfang Mai angekündigt. Als Reaktion darauf verhängte Havanna Mitte Mai eine Reihe wirtschaftlicher Notfallmaßnahmen.

Mit den Sanktionen will Bush den Geldfluss aus dem Ausland austrocknen und Staatschef Fidel Castro aus dem Amt treiben. Die Karibikinsel müsse "von der Tyrannei befreit werden", sagte Bush im Mai. Washington hält seit mehr als 40 Jahren eine Wirtschaftsblockade gegen Havanna aufrecht. Kuba erhielt bisher rund 1,2 Milliarden Dollar (knapp eine Milliarde Euro) jährlich aus dem Ausland. Für die marode Wirtschaft ist dies eine wichtige Einnahmequelle. Die Exilkubaner in Florida, die mehrheitlich als Gegner der kommunistischen Führung in ihrer Heimat gelten, sind eine wichtige Wählergruppe bei der US-Präsidentschaftswahl.

Am Flughafen von Miami führten die verschärften US-Sanktionen zu einem regelrechten Ansturm von Exil-Kubanern auf die Flugschalter. Am Dienstag war der Flughafen gedrängt voll von Exil-Kubanern, die noch vor Beginn der schärferen Sanktionen in ihre Heimat reisen wollten.

Der kubanische Volkskongress hat am Donnerstag die jüngste Verschärfung der US-Sanktionen gegen die Karibikinsel verurteilt. "Es handelt sich um einen Plan, die Revolution zu zerstören, der Existenz Kubas als unabhängiger Nation ein Ende zu setzen und die Kubaner zu versklaven", heißt es in der einstimmig verabschiedeten Resolution. (APA)

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