Spanien fürchtet Eindringen von Terroristen über Gibraltar-Straße

2. Juli 2004, 08:32
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Kommission: Exklaven Ceuta und Melilla könnten Islamisten Vorwand für anti-spanische Hetze liefern

Wien/Madrid - Die spanischen Behörden befürchten, dass islamistische Terroristen in diesem Sommer den massiven Strom von illegalen Immigranten in über die Straße von Gibraltar für ihre Zwecke ausnutzen könnten. Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida könnten auf diese Weise versuchen, Extremisten oder Material für Anschläge nach Spanien einzuschleusen.

Das berichtet die spanischen Zeitung "El Mundo" (Online-Ausgabe) am Donnerstag unter Berufung auf einen Bericht der parlamenterischen Kommission zur Untersuchung der Terroranschläge von 11. März in Madrid. Damals waren bei von Moslem-Terroristen ausgelösten Bombenexplosionen in Nahverkehrszügen fast 200 Menschen getötet worden.

Die Gefahr eines Einsickerns von Terroristen über die Meerenge von Gibraltar sei ein zusätzliches Risiko angesichts der Tatsache, dass die islamische Gemeinschaft in Spanien die Errichtung neuer Moscheen und Koran-Schulen fördere, wo man eine intensive und wachsende Aktivität von Gruppen wie der fundamentalistischen Bewegung "Tabligh al Dawa" registriert habe, wird in dem Bericht betont, der sich auf Erkenntnisse des Geheimdienstes der Guardia Civil stützt.

Außerdem weist die Kommission darauf hin, dass marokkanische Islamisten wegen der in Nordafrika gelegenen spanischen Exklaven Ceuta und Melilla zu anti-spanischen Aktionen aufhetzen könnten. Islamistische Führer wie Mohamed Fezzni organisierten bereits Demonstrationen, in denen zur Befreiung dieser von "Ungläubigen" besetzten Gebiete aufgerufen werde. (APA)

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