Allawi: "Enorme Mengen von Dokumenten" belasten Saddam Hussein

2. Juli 2004, 11:46
41 Postings

Regierungschef verteidigt Entscheidung Ex-Dikator weiter von US-Truppen bewachen zu lassen - "Zahlreiche Iraker trachten nach seinem Leben"

Vorzeitige Machtübergabe auf Wunsch des Regierungschefs

Bagdad (APA/AFP) - Die irakische Justiz verfügt nach Angaben von Regierungschef Iyad Allawi über "enorme Mengen von Dokumenten", die den früheren Machthaber Saddam Hussein belasten. Internationale Organisationen hätten weiteres Material für die Anklage gegen den Ex-Staatschef zugesichert, sagte Allawi am Mittwoch dem irakischen Fernsehsender Al Irakiya.

Er verteidigte die Entscheidung, Saddam Hussein nach seiner Auslieferung an die irakischen Behörden aus Sicherheitsgründen weiterhin durch die US-geführten Truppen bewachen zu lassen: "Wir wollen uns nicht eines Tages den Vorwurf anhören, seine Ermordung in Haft zugelassen zu haben, da es zahlreiche Menschen gibt, die ihm nach dem Leben trachten."

Allawi versprach einen fairen Prozess gegen Saddam Hussein. Ob ausländische Anwälte zugelassen werden, ließ er offen. Zugleich offenbarte er, dass der Machttransfer am Montag auf seinen Wunsch hin um zwei Tage vorgezogen worden sei. "Am 27. Juni habe ich mir abends gesagt: Warum warten? Und ich habe es (dem ehemaligen US-Zivilverwalter) Paul Bremer vorgeschlagen, der akzeptiert hat." Nach Angaben des irakischen Regierungschefs wurden am Vortag der Machtübergabe bei einer Polizeiaktion mehrere "Terroristen" festgenommen. Das Innenministerium werde in Kürze Einzelheiten dazu veröffentlichen.

Share if you care.