Mittelmeer-Tourismus bedroht seltene Meeresschildkröten

6. Juli 2004, 10:58
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WWF gibt Verhaltenstipps für Urlauber

Frankfurt/Main - Am Mittelmeer bedroht unkontrollierter Tourismus die Existenz vieler Schildkröten-Nester an den Stränden. Darauf wies die Umweltstiftung WWF hin. Schutzgebiete, die eigentlich den Meeresschildkröten vorbehalten sein sollten - wie beispielsweise auf der griechischen Urlaubsinsel Zakynthos - würden häufig missachtet oder nur schlecht bewacht.

Beachtung einiger Grundregeln

Um die Eiablage und den Nachwuchs der Schildkröten nicht unnötig zu gefährden, rief die Organisation die Urlauber zur Rücksicht und Beachtung einiger Grundregeln auf. Vor allem nachts sollten die Nist-Strände ungestört bleiben, fordert Birgit Felgentreu vom WWF Deutschland.

Keine nächtlichen Strand-Spaziergänge

Der WWF rief Urlauber auf, die Anweisungen an den Nist-Stränden zu beachten, nicht im Sand zu wühlen, Sandburgen zu bauen oder Sonnenschirme in den Sand zu stechen. Auch nächtliche Strand-Spaziergänge, morgendliches Joggen am Strand oder das Anfassen oder Anstrahlen von Schildkrötenbabys mit künstlichem Licht sollte vermeiden werden.

Orientierung

Auf der griechischen Insel Zakynthos findet man laut WWF mehr Nester der stark gefährdeten Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) als an anderen Orten am Mittelmeer. Jedes Jahr legten die Weibchen an den Stränden der Insel zwischen Ende Mai und Ende Juli rund 800 bis 1.100 Gelege ab. Dazu grüben sie Sandgruben, in die sie jeweils etwa 100 Eier ablegten. Nach ungefähr zwei Monaten schlüpften dann die Schildkrötenbabys und machten sich im Schutz der Nacht auf den gefährlichen Weg ins Meer. Dabei orientierten sie sich am hellen Schimmern der Meeresoberfläche.

Gelingt es den Schildkröten, den am Strand lauernden Gefahren zu entkommen, können sie bis zu 100 Jahre alt werden. Schätzungen zufolge erreicht jedoch nur jede tausendste Schildkröte das Erwachsenenalter. (APA)

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