Hamburg: Kapitän von gekentertem Chemie-Tanker war betrunken

1. Juli 2004, 22:07
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Bergung des Schiffes wird vorberietet - 960 Tonnen Schwefelsäure an Bord

Hamburg - Der Kapitän des im Hamburger Hafen gekenterten Chemietankers "ENA 2" hatte zum Unglückszeitpunkt 2,1 Promille Alkohol im Blut. Das ergab die Auswertung der Blutprobe des Schiffsführers, wie Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger mitteilte.

Gegen den Mann wird wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs und Gewässerverunreinigung ermittelt. Polizisten hatten unmittelbar nach der Kollision des Tankers mit einem Containerfrachter die Alkoholfahne des Mannes gerochen und den Test veranlasst.

Schiff muss stabilisiert werden

Die seit Montag kieloben im Hafen liegende "ENA 2" soll später geborgen bislang geplant. Am Mittwochnachmittag hatten Taucher das Wrack zunächst inspiziert, um festzustellen, an welchen Stellen der Schwimmkran "Enak" mit Stahltrossen das Schiff zusätzlich stabilisieren kann. "Wir wollen das Risiko so gering wie möglich halten, dass das Schiff auseinander bricht", betonte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Peer Rechenbach.

Bergung

Experten von Feuerwehr, Polizei, einem Bergungsunternehmen und der Norddeutschen Affinerie als Eigner des Tankers wollten am Mittwochabend den weiteren Zeitplan besprechen. Frühestens am Donnerstag kann nach Feuerwehrangaben mit dem Abpumpen der Ladung begonnen werden. Wann die "ENA 2" gehoben werde, könne noch nicht gesagt werden. "Wir haben keinen Zeitdruck, Menschen und Umwelt sind nicht in Gefahr", meinte Rechenbach.

Für die Arbeiten sind im Umkreis von 1000 Metern um die Unglücksstelle zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen. Einige Hafenbetriebe müssten teilweise evakuiert werden. Die Bewohner der nahe gelegenen Stadtteile St. Pauli und Altona sind laut Feuerwehr nicht betroffen.

1000 Fische starben

Die mit 960 Tonnen Schwefelsäure beladene "ENA 2" war am Montag im Hafen mit einem Containerschiff zusammengestoßen und gekentert. Elf Menschen hatten leichte Verletzungen erlitten. Im Hafenbereich starben nach Angaben von Greenpeace rund 1.000 Fische. (APA)

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    Ein Schwimmkran aus Bremerhaven soll das beschädigte und mit Schwefelsäure beladene Tankschiff "ENA 2" aufrichten

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