Prozess gegen Günther Kaufmann wird neu aufgerollt

2. Juli 2004, 19:16
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Geständnis von Mord an Steuerberater war unwahr - Schauspieler wollte angeblich Ehefrau schützen

Augsburg - Das Verfahren gegen den Schauspieler Günther Kaufmann wegen des gewaltsamen Todes eines Steuerberaters wird vor Gericht neu aufgerollt. Das Landgericht Augsburg habe die Wiederaufnahme des Verfahrens angeordnet, teilte das Gericht am Mittwoch mit.

Zur Begründung hieß es, die Kammer habe festgestellt, dass ein früheres Geständnis des Schauspielers "unwahr" gewesen sei. Kaufmann hatte die Tat auf sich genommen und war wegen Körperverletzung mit Todesfolge rechtskräftig zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Dann widerrief er sein Geständnis und wurde nach 831 Tagen Gefängnis frei gelassen.

Kaufmann hatte sein Geständnis erst nach der Verhaftung der wahren Täter eines Berliner Trios widerrufen. Als Motiv für sein falsches Geständnis gab er an, dass er seine mittlerweile an Krebs verstorbene Frau schützen wollte. Den Ermittlungen zu Folge hatte sie möglicherweise zu dem Überfall auf den Steuerberater angestiftet. (APA)

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