Salzburg: Kein Geld mehr für Stadtmagazin

1. Juli 2004, 22:39
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Monatsmagazin "stadt:leben" wird eingestellt, obwohl "wichtiges Standbein für kommunale Öffentlichkeitsarbeit"

Salzburg - In Land und Stadt Salzburg regiert der Rotstift. Bereits am Wochenende haben sich die Spitzen der rot-schwarzen Landeskoalition auf Einsparungen in der Höhe von 51 Millionen Euro für den Haushalt 2005 geeinigt. Die Einschnitte sind hart: Bei den Förderungsausgaben beispielsweise sollen gleich fünf Prozent gekürzt werden. Trotz der 51 gestrichenen Millionen schätzt die Landesregierung, dass aufgrund der Steuerreform des Bundes und der schleppenden Konjunktur noch weitere 18 Millionen fehlen werden. Damit droht bei den Budgetverhandlungen im Herbst ein weiteres Streichkonzert.

20 Millionen Euro fehlen

Ähnlich hart wird das Budget der Landeshauptstadt für 2005 gekürzt. Obwohl Salzburg heuer am Weg zur "schwarzen Null" sein dürfte, fehlen laut Bürgermeister Heinz Schaden (SP) für 2005 über 20 Millionen Euro. Neben Steuerreform und Konjunktur ist dafür auch das Land verantwortlich. Die Abgabenzahlungen der Stadt an das Land werden entgegen ursprünglichen Zusagen nun doch nicht absenkt. Die nach dem Wahlsieg der SP auf Landesebene gerne zitierte "neue Brücke" zwischen Schloss Mirabell (Sitz der Stadtverwaltung) und dem Chiemseehof (Landesregierung) hat sich damit bereits nach der ersten Belastungsprobe als wenig tragfähig erwiesen.

Bei einem Einsparungsbedarf von rund sechs Prozent des ordentlichen Budgets geht die Stadt nun auch daran, Leistungen für die Bürger zu kürzen. Ein prominentes Opfer ist bereits bekannt: Das von der Stadt herausgegebene Monatsmagazin stadt:leben wird eingestellt, obwohl Schaden selbst das stadt:leben als "wichtiges Standbein für unsere kommunale Öffentlichkeitsarbeit" bezeichnet. Nach ersten Schätzungen bringe die Einstellung des Magazins bis zu 300.000 Euro.

Besonders hart trifft das Aus für das Monatsmagazin die Sozial- und Kultureinrichtungen. Sie hatten über das stadt:leben die Möglichkeit, Veranstaltungen aller Art flächendeckend und kostengünstig zu bewerben. (neu, DER STANDARD Printausgabe 1.7.2004)

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