Rauchen nur noch im Freien auch bald in Großbritannien

6. Juli 2004, 10:51
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Labour will Rauchverbot in Restaurants, Bars und am Arbeitsplatz im Herbst durchsetzen als eine Maßnahme zur Erhöhung der Volksgesundheit

Auch Großbritannien will nun das Rauchen in Restaurants, Bars und am Arbeitsplatz verbieten. Das Rauchverbot ist Teil eines breiteren Maßnahmenkatalogs für die Volksgesundheit, den Labour im Herbst durchsetzen will.

London/Wien - Auch im Vereinigten Königreich soll das Rauchen bald nur mehr im Freien gestattet sein. Ein neuer Gesetzesentwurf der Labour-Partei sieht ein generelles Rauchverbot in Bars, Pubs, Restaurants und am Arbeitsplatz vor - also auch in Einkaufszentren und Kinos, auf Ämtern, Flughäfen und Bahnhöfen. Damit folgt Großbritannien dem Beispiel Irlands, Norwegens und New Yorks, wo Übertretungen mit Strafen in der Höhe von Monatsgehältern geahndet werden.

Maßnahmen zur Erhöhung der Volksgesundheit

Das Rauchverbot ist Teil einer breiteren Maßnahme zur Erhöhung der Volksgesundheit. So sind Infokampagnen zu Fettleibigkeit geplant. Werbekampagnen, die zu übermäßigem Alkoholkonsum einladen, sollen verboten werden. Auch per Gesetz will Labour den Saufgelagen in den Pubs, die sich besonders kurz vor der Sperrstunde um 23 Uhr formieren, Einhalt gebieten. Aber statt die Pub-Öffnungszeiten zu liberalisieren, um Kampftrinker davon abzuhalten, in der letzten Viertelstunde vier Bier auf einen Sitz runterzuschütten, sollen die Wirte zur Kasse gebeten werden: Pub-Besitzer, die zu viel ausschenken, zahlen Strafe.

Bevormundung und Verbot

Die Entwürfe sollen bis Herbst finalisiert werden. Das Rauchverbot wird damit Vorwahlkampfthema: "Oberste Priorität ist der Schutz von Kindern und jungen Menschen", verspricht das Papier. Allerdings stemmt sich Gesundheitsminister John Reid gegen die "übermäßige Bevormundung durch Verbot".

In einem BBC-Interview wurde er zur Möglichkeit, mit dem Rauchverbot die Gesundheit der Ärmeren zu verbessern, befragt: "Diese Leute haben oft nur wenige Freuden im Leben, eine davon ist Rauchen", sagte Reid. Bleibt das Risiko: Laut einer Studie des British Medical Journal haben auch Passivraucher ein um 50 bis 60 Prozent höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. (Eva Stanzl, DER STANDARD Printausgabe 1.7.2004)

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