Wien: Weiterhin kein Okay für Ronacher-Umbau

6. Juli 2004, 21:30
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Intendantin Kathrin Zechner will bis Herbst 2007 ein Ausweichquartier anmieten - "Romeo & Julia" ersetzt "Barbarella"

Wien - Bei ihrer Bestellung zur Musicalintendantin der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) im Oktober 2003 plante Kathrin Zechner, das Ronacher ab dem Herbst 2005 bespielen zu können: Der Umbau, der Mitte Juni dieses Jahres hätte beginnen können, würde 14 Monate dauern. Doch nach wie vor gibt es keinen Gemeinderatsbeschluss für das vom Bürgermeister als fix präsentierte 35-Millionen-Euro-Projekt. Daher ist es nicht möglich, den Umbau auszuschreiben: Zechner hofft nun, zwei Jahre später, im Herbst 2007 eröffnen zu können.

Laut Saskia Schwaiger, der Sprecherin von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, hätte der Antrag nicht im Kulturausschuss behandelt werden können, weil Unterlagen fehlen würden. Zechner kontert auf Anfrage des STANDARD, dass diese seit einem Jahr vorlägen. Schwaiger bleibt dennoch bei ihrer Begründung. Die Frage, welche Unterlagen denn fehlen, könne sie allerdings nicht beantworten. Der Stadtrat war nicht zu sprechen: "Er sagt dazu nichts."

Zechner plant nun, ein Ausweichquartier ("Ronacher Mobile") anzumieten. Für das Raimundtheater kann sie mittlerweile konkrete Pläne vorlegen: Ab 24. Februar 2005 zeigt sie die deutschsprachige Erstaufführung des Erfolgmusicals Romeo & Julia von Gerard Presgurvic. Es wurde seit der Uraufführung im Jänner 2001 von über 1,5 Millionen Menschen allein in Frankreich gesehen. Zum raschen Handeln war Zechner gezwungen, weil das Musical Barbarella ihres Vorgängers Rudi Klausnitzer - der VBW-Miteigentümer ist Scriptautor und Producer - weiterhin nur eine Auslastung von 70 Prozent erreicht: Es wird nach nur neun Monaten mit Jahresende abgesetzt.
(DER STANDARD, Printausgabe, 1.7.2004)

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