Albertina-Grobkonzept für sechs Mozart-Monate

5. Juli 2004, 22:38
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Das eingebundene Da Ponte Instituts verspricht für 2006 "keine Grottenfahrt durch die Bildungsgeschichte"

Wien - Das grobe Konzept der "offiziellen" Mozartschau in der Albertina stellte am Mittwoch Kurator Herbert Lachmayer, Leiter des als Produzent fungierenden "Da Ponte Instituts", vor. Sechs Monate lang, vom 15. März bis 27. August 2006, soll die Albertina zur Gänze mit der Ausstellung bespielt werden.

Als Koproduzent ist das Wiener Mozartjahr mit 1 Mio. Euro an der Schau beteiligt, die mit einem Kostenrahmen von 3,5 Mio. veranschlagt wird, wie Intendant Peter Marboe bestätigte. 350.000 bis 400.000 Besucher und Einnahmen von 2,5 Mio. Euro erwartet Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder. Mit dem Bund laufen noch Gespräche über eine Co-Finanzierung.

Nicht als "Grottenfahrt durch die Bildungsgeschichte", sondern als "argumentative Einbindung der Mozart-Zeit in die Gegenwart" möchte Lachmayer seine Mozart-Schau realisieren. "Es ist wichtig, dass es die Mozartkugel und die 'Kleine Nachtmusik' gibt. Mozart ist schon jetzt allgegenwärtig."

"Denk- und Erlebnisraum" von Zaha Hadid

Die Albertina soll nicht nur die feudale Lebens-Atmosphäre des ausgehenden 18. Jahrhunderts vermitteln und durch seinen "Geist der Aufklärung" mit Mozart und seinem Schaffen verbunden sein, sondern laut Schröder auch als "einer der größten Leihgeber" fungieren. Historische und zeitgenössische Objekte aus Kunst, Wissenschaft und Alltagskultur sollen, kombiniert mit modernsten Technologien, einen "Denk- und Erlebnisraum" schaffen.

Noch gibt es keine konkreten Pläne für die Ausstellungsarchitektur, für die die im Irak geborene Star-Architektin Zaha Hadid zeichnet, aber Ideen für die Bespielung der verschiedenen Räume von der Basteihalle bis zu den Habsburgischen Prunkräumen. So werden etwa in der Pfeilerhalle Materialien zu den drei Da Ponte-Opern - "Le Nozze di Figaro", "Don Giovanni" und "Cosi fan tutte" - präsentiert.

Das im Jahr 2000 als interdisziplinäres Forschungsinstitut gegründete Ponte Institut beschränkt seine Ausstellungstätigkeit im Mozartjahr nicht auf die Albertina: auch an den Mozart-Ausstellungen im ZOOM Kindermuseum und dem Jüdischen Museum Wien, sowie beim Symposion des Freud-Museums ist es beteiligt. (APA)

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