Bombenalarm als Geduldprobe für Passagiere

1. Juli 2004, 21:03
1 Posting

Passagiere stürmten Umbuchungsschalter - Fluggäste beklagten Mangel an Informationen

Wien - Als Geduldprobe für Passagiere erwies sich der Bombenalarm am Wiener Flughafen am Mittwoch, ehe sich zu Mittag herausstellte, dass der verdächtige Koffer nur harmlose Utensilien enthielt. Rund eineinhalb Stunden blieb der große Terminal1 gesperrt.

Nur 24 statt wie üblich 99 Schalter standen zur Abfertigung der Passagiere zur Verfügung. Viele versäumten daraufhin ihren Flug - am Umbuchungsschalter standen die Passagiere in einer langen Schlange.

"Wir wussten nicht, was überhaupt los ist"

"Wir sind seit 9.00 Uhr hier", beklagte sich ein Australier, der auf seinem Flug von Dänemark in seine Heimat in Schwechat eigentlich nur umsteigen sollte. Nachdem er 40 Minuten vor dem Check-In-Schalter gewartet hatte, sei plötzlich das Areal geräumt worden. Zahlreiche

Menschen seien vor das Gebäude geschickt worden, wo es keine Durchsagen gab, beklagte er sich: "Wir wussten nicht, was überhaupt los ist." Dann stand er in der Schlange vor dem Umbuchungsschalter, wo es nach den Angaben eines anderen Passagiers kaum eine Hoffnung

gab, in absehbarer Zeit einen Flug zu erwischen, wie der etwa 50-jährige Mann erklärte: "Wir wissen ja nicht einmal, ob in der Maschine morgen Plätze frei sind."

Notabfertigung

Generell würden die Passagiere seit den Terroranschlägen am 11. September, "sehr verständnisvoll" mit derartigen Situationen umgehen, sagte eine Mitarbeiterin der Austrian Airlines. Man habe eine Art "Notabfertigung" im offenen Teil des Airports durchgeführt, wo bevorzugt jene Passagiere durchgeschleust worden seien, deren Flüge unmittelbar anstanden, sagte die Frau.

Etwas verärgert zeigte sich der Kommandant der Schwechater Polizei, Albert Zeman, der den Reportern an Ort und Stelle die Vorkommnisse erläuterte. Der Passagier, dessen unbeaufsichtigter Koffer den Alarm ausgelöst hatte, werde ungeschoren davonkommen, vermutete Zeman: "Leider kann man hier keine Strafe verhängen." (APA)

Share if you care.