18-Jährige wird Versace-Chefin

8. Juli 2004, 15:42
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Allegra Beck,Tochter der Stardesignerin Donatella wird volljährig und erbt von ihrem verstorbenen Onkel 50-prozentiges Aktienpaket an der Mailänder Maison

Rom - Die italienische Modegruppe Versace hat eine neue Eigentümerin. Die exklusive Maison steht ab sofort unter Kontrolle einer 18-Jährigen. Am Mittwoch ist Allegra Beck, Tochter der Stardesignerin Donatella Versace und deren Ex-Mann Paul Beck, volljährig geworden. Sie kommt somit in Besitz eines 50-prozentiges Aktienpakets der Modemaison, wie ihr Onkel im Testament kurz vor seinem gewaltsamen Tod im Juli 1997 in Miami bestimmt hatte. Allegras Mutter Donatella und ihr Onkel Santo, Präsident des Konzerns, müssen sich mit einem 20- bzw. 30-prozentigen Aktienpaket begnügen.

Die hübsche Brünette rückt zur Königin eines Imperiums mit einem Jahresumsatz von über 400 Millionen Euro auf. Laut einer im Februar 2004 veröffentlichten Tabelle über die erfolgreichsten Luxusunternehmen in Italien, die von Gucci, Prada und Armani angeführt wird, liegt Versace knapp hinter Dolce&Gabbana auf dem zehnten Platz.

Probleme geerbt

Allegra Beck, die eigentlich am liebsten Schauspielerin werden möchte und in den vergangenen Monaten gelegentlich als Model für ihre Mutter aufgetreten war, erbt jedoch nicht nur das Aktienpaket, sondern auch die zahlreichen Probleme des Familienunternehmers. Kürzlich wurden 200 Mitarbeiter entlassen, ein 140-Millionen-Euro-Darlehen wurde aufgenommen. 2002 machte die Gruppe bei einem Umsatz von 482 Mio. Euro einen Verlust von 5,8 Mio. Euro. Und vergangenes Jahr - genaue Zahlen werden erst bei der Hauptversammlung bekannt - sank der Umsatz abermals, auf schätzungsweise 200 Mio. Euro, während der Verlust vermutlich weiter stieg.

Krisengeschüttelt

Versace zählt zu den Unternehmen, die am stärksten die Krise der Modebranche in den vergangenen drei Jahren zu spüren bekommen hat. Strenge Sparmaßnahmen ergriff Versace, um sich über Wasser zu halten. Seit Monaten suchen die Geschäftsbanken Lazard und Credit Suisse First Boston nach einem finanzstarken Partner, der der Gruppe eine lebenswichtige Geldspritze bescheren, ohne jedoch die kreative Autonomie der blonden und eigenwilligen Donatella Versace zu beeinträchtigen.

An Interessenten für den prestigereichen Namen fehlt es nicht, doch bisher kam es zu keiner Einigung. Der Ex-Stardesigner von Gucci, Tod Ford, soll 250 Millionen Euro für das Unternehmen angeboten haben. Auch arabische Investoren lockten mit einer Offerte für den Konzern mit dem goldenen Medusa-Etikett, die Gianni Versaces Erben jedoch nicht überzeugte.(APA)

  • Versace (Foto: Eine Modeschau) steht ab sofort unter Kontrolle
einer 18-Jährigen.
    foto: epa/guillot

    Versace (Foto: Eine Modeschau) steht ab sofort unter Kontrolle einer 18-Jährigen.

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