Barroso: "Ich liebe das Parlament"

2. Juli 2004, 08:28
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Designierter Kommissionspräsident für eine enge Kooperation mit dem Europaparlament

Brüssel - Der designierte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso hat dem Europaparlament eine enge Kooperation in Aussicht gestellt. "In Portugal war ich der erste Regierungschef, der eine Politik der Offenheit und Transparenz gegenüber dem Parlament praktiziert hat und stellte mich jeden Monat für drei Stunden den Fragen der Abgeordneten aller Fraktionen", sagte Barroso am Mittwoch nach einem Treffen mit EU-Parlamentspräsident Pat Cox in Brüssel. "Ich liebe das Parlament, schließlich war ich auch Oppositionsführer", fügte Barroso hinzu.

Es sei "entscheidend" für den Erfolg der EU, "dass die beiden wahren europäischen Institutionen (Parlament und Kommission) zusammenarbeiten", unterstrich der portugiesische Ministerpräsident, der sich am 22. Juli einem Zustimmungsvotum der 732 Europaabgeordneten stellen muss. Er sei aber bereit, sich ab dem 12. Juli den einzelnen Fraktionen im Europaparlament in getrennten Gesprächen vorzustellen.

Cox gratulierte Barroso zu seiner Nominierung durch die EU-Staats- und Regierungschefs am Dienstag. "Ich wünsche ihm alles Gute, sowohl beim Prozedere im Parlament als auch inhaltlich", sagte der irische Liberale. Es zeuge vom Respekt Barrosos gegenüber der EU-Volksvertretung, dass er dem Europaparlament den ersten Besuch nach seiner Ernennung abgestattet habe.

Barroso bekräftigte, dass er keine Einmischung der Mitgliedstaaten bei der Ressortaufteilung in der künftigen EU-Kommission dulden werde. "Die Aufteilung der Ressorts liegt in der Verantwortung des Präsidenten. Ich bin nicht bereit, diese Verantwortung aufzugeben. Natürlich bin ich aber bereit, mir Vorschläge anzuhören", sagte er unter anderem mit Blick auf deutsche Forderungen nach einem Superkommissar für Wirtschaft und Industriepolitik. (APA)

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