Anrufe von Festnetz zu Hand sollen in Deutschland günstiger werden

7. Juli 2004, 10:44
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Terminierungeentgelte werden gesenkt - Mobilfunker drohen Verluste von bis zu 25 Prozent des Jahresumsatzes

Anrufe vom Festnetz zum Handy sollen in Deutschland billiger werden. Marktführer Deutsche Telekom hat sich nach langen Verhandlungen mit den vier Mobilfunknetzbetreibern auf neue Gebühren für die Gesprächsweiterleitung geeinigt, berichteten deutsche Medien am Mittwoch übereinstimmend. Die Entgelte sollen bis Ende 2005 in zwei Stufen um jeweils rund 15 Prozent oder insgesamt etwa vier Cent sinken. Laut der deutschen Zeitung "Handelsblatt" sollen die Gebühren am Ende - je nach Mobilfunknetz - zwischen 11 und 13 Cent pro Minute liegen.

Terminierungsentgelte

Der Streit um die so genannten Terminierungsentgelte schwelt in Deutschland seit mehr als zwei Jahren. Die Festnetzanbieter kritisierten, dass diese Gebühren der deutschen Mobilfunker im europäischen Vergleich zu hoch ausfallen und die Firmen dabei eine Monopolsituation zum Schaden von Wettbewerb und Verbrauchern ausnutzen. Den Mobilfunkbetreibern entstehen laut dem deutschen Blatt "FAZ" durch die Absenkung der Entgelte Verluste beim Jahresumsatz zwischen 15 und 25 Prozent. Laut "Handelsblatt" machen die Terminierungsentgelte bis zu 40 Prozent des Umsatzes der Unternehmen aus. Auch nach der für Dezember geplanten ersten Preissenkung bleiben den Berichten zufolge allerdings unterschiedliche Preise bei den Netzbetreibern bestehen.

Ein System - wie es auch in Österreich gilt und von der Telekom Austria sowie den Mobilfunkbetreibern mit Ausnahme von tele.ring heftig kritisiert wird. tele.ring gilt als Nutznießer der höheren Terminierungsentgelte, der viertgrößte österreichische Mobilfunkbetreiber bestreitet dies jedoch.(APA/AP/AFP)

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