Rationalisierung beim medizinischen Versorgungsauftrag

5. Juli 2004, 12:58
posten

Chef der Wiener Uni-Frauenklinik fordert erstklassiges Screening in den ersten Schwangerschaftswochen - bei der Weiterbetreuung soll stattdessen gespart werden

Wien - Die Neuordnung der Universitäten führt zu veränderten Verhältnissen was etwas die Budgets der Universitätskliniken betrifft. Der Chef der Wiener Universitäts-Frauenklinik, o.Univ. Prof. Dr. Peter Husslein, vertritt diesbezüglich ein Konzept, welches das Leistungsprofil einer hoch spezialisierten Abteilung zu berücksichtigten sucht. Er fordert eine Korrektur des Versorgungsauftrags unter Berücksichtigung der Möglichkeiten einer Einrichtung der absoluten Spitzenmedizin.

Am Beispiel der Schwangerenbetreuung etwa wäre dieser Weg sehr einfach zu verwirklichen. Man müsse in der 11.-14. Schwangerschaftswoche ein erstklassiges Screening - zur Gesundheit von Mutter und Kind machen. Auf dessen Basis würde dann eine entsprechende Weiterbetreuung eingeleitet. Denn: "Universitätseinrichtungen sind definitiv teuer. Da muss man keine Standardmedizin betreiben, die andere Häuser gleich gut und zu niedrigeren Kosten anbieten könnten", argumentiert Husslein.

"Krankbetung der Schwangerschaft"

Im Klartext heißt das: Wenn Mutter und Ungeborenes wohlauf sind, dann wäre so manche x-te Ultraschalluntersuchung einsparbar und die werdende Mutter könnte sich im besten Sinne der "guten Hoffnung" widmen. Derzeit würde man stattdessen zu einer Art "Krankbetung" der Schwangerschaft neigen und mit den teuren Untersuchungen viel zu großzügig umgehen.

Im Prinzip entspricht dies einem Vorgehen aus der Notfallmedizin – der Triage, bei der bestimmt wird, welche Verletzten sofort bzw. intensive Hilfe benötigen und welche eher nicht. (red)

Share if you care.