Wiener Caritas und Ordenskrankenhaus kooperieren bei Palliativmedizin

2. Juli 2004, 20:06
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Die beiden Einrichtungen vernetzen sich zu einer geschlossenen Betreuungskette

Wien - Eine österreichweit einzigartige Kooperationen im Bereich der Palliativmedizin startet die Wiener Caritas mit dem Ordenskrankenhaus St. Elisabeth in Wien-Landstraße. Die beiden Einrichtungen vernetzen sich dabei zu einer geschlossenen Betreuungskette, in der wechselseitig die Patienten übernommen werden können. Man wolle dabei exemplarisch umsetzen, was flächendeckend in Österreich erfolgen solle, betonte Caritas-Direktor Michael Landau am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Bei der neuen Vernetzung handle man nach der Richtlinie: "So viel mobil wie möglich, so viel stationär wie nötig". Das Krankenhaus St. Elisabeth verfügt seit 1999 über acht Palliativbetten - also für die Akutversorgung unheilbar kranker Menschen. Noch auf dieser Station werden die Mitarbeiter des Mobilen Hospiz-Teams der Caritas künftig in die Betreuung eingebunden. Außerdem wird bereits hier der Kontakt zu den Angehörigen des Sterbenden geknüpft, was dann bei einer Betreuung zu Hause fortgesetzt wird.

"Exaktes Nahtstellenmanagement"

Eine Wiederaufnahme der Patienten in St. Elisabeth ist jederzeit möglich. Zugleich haben die Patienten des Mobilen Hospiz-Teams durch die Kooperation die Möglichkeit, schnell in stationäre Behandlung auf der Palliativ-Spezialstation des Krankenhauses zu kommen.

Durch dieses "exakte Nahtstellenmanagement" wolle man die Kontinuität der Betreuung unheilbar kranker und sterbender Menschen gewährleisten, versicherte Landau. In Österreich sei die Palliativ-Medizin für den Bereich des akuten Eingreifens zuständig, während sich die Hospizbewegung längerfristig um die Menschen und deren Angehörige kümmert. Diese beiden Bereiche könne man nun besser koordinieren, hoffte Franz Zdrahal, ärztlicher Leiter des Mobilen Hospizdienstes der Caritas, der vor 15 Jahren gegründet wurde. Knapp jeder zweite Hospizpatient in Wien wird von der Caritas betreut. Zur Zeit sind dies 88.

Die Kooperation müsse in ganz Österreich umgesetzt werden und dürfe nicht nur der Initiative Einzelner überlassen werden, betonte Landau, der einen nationalen Hospizplan forderte. Im von der ÖVP angedachten Konzept der Bundes- bzw. Landesgesundheitsagenturen müsse gegebenenfalls Hospiz- und Palliativ-Medizin integriert werden. Außerdem sollte der Zugang zum Pflegegeld stark vereinfacht werden, forderte der Wiener Caritas-Direktor. (Apa)

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