"Book-Crossing" boomt nun auch in .at

6. Juli 2004, 10:17
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Szene-Erfindung verhilft zu Gratis-Lektüre - Bücher mitnehmen, im Internet registrieren, lesen, wieder aussetzen

"Book-Crossing" ist in Zeiten permanenter, kaum mehr überschaubarer Neu-Erscheinungen am Büchermarkt ein sinnvoller Trend, der aus den USA kommt. Man registriert dabei ein gelesenes Buch auf Bookcrossing.com, markiert es, und lässt es irgendwo zurück. Der Finder freut sich hoffentlich darüber und handelt im Idealfall nach der Gratis-Lektüre genau so. Ab 6. Juli werden im Wiener Szenelokal "Ma Pitom" über 2100 Bücher österreichischer Autoren "ausgesetzt" und warten auf künftige Leser. Eine weitere Sommeraktivität heißt "Sie wünschen - wir lesen", bei der junge Autoren speziell für Gäste lesen.

260.000 Anhänger des "Bookcrossing"

Welt weit soll es nach Auskunft des "Ma Pitom"-Besitzers Michael Feyer bereits mehr als 260.000 Anhänger des "Bookcrossing" geben, die bereits über 1,150.000 Bücher registriert und auf Reisen geschickt haben. Ausgehend vom "Ma Pitom" sollen ab 6. Juli (19 Uhr) während der Sommerwochen mit Aufklebern versehene Bücher auf Tischen des Schanigartens, auf Mauervorsprüngen der Ruprechtskirche, und an anderen Stellen im so genannten "Bermuda-Dreieck" verteilt werden. Spender eines großen Teiles der Bücher ist der Thomas Sessler Verlag, der Werke von Autoren wie Ernst Molden, Pavel Kohout, Paul Blaha, Peter Henisch, H. C. Artmann und Helmut Qualtinger für die Aktion spendierte.

"Eine große Ehre"

"Ich freue mich über diese Bücher besonders", so Feyer gegenüber der APA, "weil es mir eine große Ehre ist, Werke gerade dieser Autoren zu verteilen." Zu einigen hat Feyer ein persönliches Verhältnis, oder hatte es zu deren Lebzeiten: "Helmut Qualtinger war Stammgast bei uns". Wer immer ein Buch mitnimmt, möge es auch im Internet registrieren, hofft Feyer. Auf der Website kann man dann den Weg des Werkes nachverfolgen.

Literatur ist Feyer ein großes Anliegen, und so bietet er jungen Autoren im Rahmen von "Sie wünschen - wir lesen" die Gelegenheit, ihre Arbeit an den Gast zu bringen. Zu angekündigten Terminen (im Lokal und auf der Homepage http://www.mapitom.at) kommen die Künstler auf Nachfrage an den Tisch und halten eine private (kurze) Lesung. Zusätzlich werden im Juli und August Bücher präsentiert und Lesungen veranstaltet (nach Ankündigung).

Lust auf Lesen sollen den "Ma Pitom"-Gästen außerdem um die Ruprechtskirche platzierte Tafeln machen, auf denen Gedichte und Textpassagen von Lieblingsautoren Feyers angebracht werden, etwa von Erich Fried. (APA)

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