Terrorexperte: El Kaida benutzt rund 50 Adressen im Internet

5. Juli 2004, 11:33
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"Terroristen suchen Öffentlichkeit" - Drahtzieher kaum auszuforschen

Das Terrornetzwerk El Kaida (Al Qaida) benutzt nach Angaben eines US-Terrorismusexperten derzeit 50 verschiedene Adressen im Internet, um schockierende Bilder von Enthauptungen sowie Forderungen zu verbreiten. Anonymität, einfacher und freier Zugang sowie die Möglichkeit zum schnellen Verschwinden machten das Internet für Terroristen so vorteilhaft, sagte Gabriel Weimann, leitender Wissenschaftler beim "U.S. Institute of Peace" der Tageszeitung "US Today" (Montagausgabe).

Koordination

Nach den Worten von Weimann liegt es in der Psychologie von Terroristen, die Öffentlichkeit zu suchen. Sie würden deshalb in so genannten Chat-Rooms im Internet Anhänger, Sympathisanten und Journalisten mitteilen, wo sie Informationsmaterial oder Videoaufnahmen finden könnten. Nach Enthauptungen oder anderen dramatischen Ereignissen würden Videos oder Mitteilungen der Terroristen innerhalb von Sekunden weltweit im Internet verbreitet.

Anonymität

Nach den Worten von Weimann ist es schwierig, den Drahtziehern auf die Spur zu kommen. Beispielsweise könnten Terroristen Einrichtungen wie öffentliche Bibliotheken, Universitätsbibliotheken oder Internet-Cafes als Zugang zum Internet nutzen. Gewöhnlich seien die Schreiber auch wenige Sekunden später verschwunden, nachdem sie ihre Nachrichten im Internet platziert hätten. Außerdem seien diejenigen, die Nachrichten für Terroristen verbreiten, vergleichbar mit Kleindarstellern beim Theater. Die Organisationsketten seien sehr lang und wahrscheinlich wisse niemand, wer das dritte Glied in der Kette sei. (APA)

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