Eybl International steigerte Umsatz und Gewinn

18. Juli 2004, 18:29
posten

Kremser Automobilzulierferer peilt für laufendes Geschäftsjahr 350 bis 370 Millonen Euro Erlös an - Komfortabler Auftragspolster

Wien - Der börsenotierte Zulieferer Eybl International erwartet für heuer deutlich mehr Geschäft, obwohl sich namentlich die deutsche Autoindustrie 2004 auf ein weiteres Stagnationsjahr einstellen muss. Die Neuaufträge haben im vergangenen Geschäftsjahr 2003/04 um 80 Prozent zugelegt, in den vergangenen Wochen ist es dem Kremser Unternehmen gelungen, einen 200-Millionen-Auftrag für den für nächstes Jahr angekündigten neuen BMW 3er an Land zu ziehen.

Starke Nachfrage auf Grund des Forschungszentrums

Vorstandschef Johannes Elsner führt die starke Nachfrage darauf zurück, dass Eybl durch das neue Forschungszentrum in Krems zunehmend zum Entwicklungslieferanten für neue Modelle wird. Wegen der deutlich verbesserten Eigenkapitalausstattung könne man den großen Kunden zudem stärkeres Vertrauen einflößen, als Zulieferant den ganzen Lebenszyklus der neuen Modelle durchhalten zu können.

Am Höhepunkt der Existenzkrise des Unternehmens - vor zwei Jahren - hatte die Eybl-Eigenkapitalquote noch um die 10 Prozent betragen, heute liegt sie bei etwa 30 Prozent. Die von den Banken gewährten Kredite werden plangemäß zurückgeführt, sagte Elsner.

Auftragsboom trotz Stagnation am deutschen Automarkt

Die stark gestiegenen Auftragszahlen bei der am Dienstag abgehaltenen Jahres-Pressekonferenz des niederösterreichischen Unternehmens kontrastieren scharf mit dem am selben Tag bekannt gewordenen Experten-Einschätzungen für die Autobranche. Verschiedene Marktforscher erwarteten übereinstimmend, dass die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland entweder auf dem Vorjahresstand von 3,24 Millionen Neuzulassungen stagnieren oder sogar darunter liegen werde, berichtet das Handelsblatt. Deren Einschätzungen treffen sich voll mit jenen Elsners. Eybl liefert zu mehr als 80 Prozent an deutsche Abnehmer (neben BMW DaimlerChrysler, VW und Opel).

Mit den von Eybl bis zuletzt akquirierten Neuaufträgen stehen heute 90 Prozent des für 2004/05 geplanten Umsatzes fix in den Auftragsbüchern, sagte Elsner. Allein seit Anfang April lag der Auftragseingang bei rund 300 Mio. Euro (gegenüber 515 Mio. Euro im vergangenen Gesamtjahr). Neben dem neuen 3er liefert Eybl übrigens auch an die im Herbst startende neue BMW-Kompaktklasse, aber auch an den in Graz gefertigten den BMW X3. Als Neukunden konnten zuletzt auch Peugeot und Citroen (PSA-Konzern) gewonnen werden, hieß es. Die französische Autoindustrie (bzw. Renault), die bisher nur in geringerem Ausmaß (Renault) Zulieferungen des österreichischen Konzerns nachfragte, will heuer rund 10 Prozent seines Umsatzes mit französischen Kunden machen. Für die mittelfristige Unternehmensplanung bis 2008/09 steht heute schon die Hälfte des geplanten Konzernumsatzes in den Auftragsbüchern.

342,2 Millionen Euro Umsatz

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2003/04 hat das Zulieferunternehmen nach den heute veröffentlichten endgültigen Zahlen den Umsatz von 305,0 auf 342,2 Mio. Euro und das Betriebsergebnis (Ebit) um rund 14 Prozent auf 12,3 (10,8) Mio. Euro deutlich verbessert. Der Gewinn vor Steuern (EGT) stieg von 5,6 auf 8,9 Mio. Euro, der Jahresüberschuss konnte mit 9,0 ( - 2,8) Mio. Euro nachhaltig in die Gewinnzone gedreht werden. Die Ebit-Marge lag bei 3,6 Prozent, mittelfristig ist ein Wert von über fünf Prozent angestrebt. Der Umsatz 2003/04 lag damit leicht unter den noch zu Beginn des Kalenderjahres prognostizierten Werten, beim Betriebsergebnis wurde dagegen die selbst auferlegte Latte von 12 Mio. Euro übertroffen.

2004/05 sollen nach den heutigen Planungen 350 bis 370 Mio. Umsatz erwirtschaftet und die Ebit-Marge von 3,6 auf rund 4 Prozent gesteigert werden. (APA)

Share if you care.