Linzer Intendant Klügl wechselt nach Hannover

5. Juli 2004, 22:41
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50-jähriger Musikwissenschafter wechselt zur Oper - Seit 1998/99 Chef des Linzer Landestheaters

Linz - "Die Größe stimmt und man kann hier sehr viele Ideen umsetzen. Was mich darüber hinaus reizt, ist das Spannungsverhältnis zwischen der Tradition und der Präsenz des Neuen in Linz, wie etwa des Ars Electronica Centers". Das sagte der Theaterleiter Michael Klügl im Jänner 1997 bei seiner Designierung als Intendant des Linzer Landestheaters ab der Spielzeit 1998/99. Montag hat er sich größenmäßig etwas verändert: Der 50-Jährige unterschrieb in Hannover einen Fünf-Jahres-Vertrag als Intendant der Staatsoper Hannover ab der Spielzeit 2006/07.

Michael Klügl wurde 1954 in Offenbach am Main geboren und absolvierte eine musikalische Ausbildung am Hochschen Konservatorium in Frankfurt am Main in Klavier, Violincello und Kompositionslehre. Klügl studierte in Marburg und Frankfurt Musikwissenschaft, Philosophie und Germanistik und promovierte 1986 an der TU Berlin mit einer Dissertation über Jacques Offenbach und die Dramaturgie der Operette.

Musikkritiker

In diesen Jahren war er auch Musikkritiker bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Mitarbeiter am Hessischen Rundfunk sowie beim Sender "Freies Berlin", musikalischer Leiter am Landestheater Esslingen und Dramaturgiemitarbeiter an der Oper in Frankfurt. 1986 wurde er Chefdramaturg am Theater in Oberhausen, 1987 Dramaturg für Oper und Tanztheater am Bremer Theater, wo er 1989 auch die Schauspieldramaturgie und die Öffentlichkeitsarbeit übernahm. 1991 wechselte Klügl in die Operndramaturgie der Hamburgischen Staatsoper und übernahm 1994 die Dramaturgie am Nationaltheater Mannheim, wo er schließlich stellvertretender Operndirektor wurde. In Linz folgte er dem in Pension gegangenen Intendanten Roman Zeilinger und setzte mit einem neuen Dramaturgenteam geänderte Akzente in der Spielplangestaltung.

Profilierte sich in Linz mit seinem Team durch kluge Spielplanpolitik und cleveres Marketing

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, Irritationen beim "Stammpublikum" und einem Rückgang bei den Abonnenten gelang es Klügl und seinem Team schließlich durch kluge Spielplanpolitik und cleveres Marketing das Landestheater Linz wieder auf Erfolgskurs und zu Rekordzuschauerzahlen zu bringen. Lag die Auslastung in der Saison 1998/1999 noch bei 65,9 Prozent, so wurde die Saison 2002/03 mit 210.000 Besuchern und 80,4 Prozent abgeschlossen. Die diesjährige Jubiläumssaison - das Landestheater feiert sein 200-jähriges Bestehen - stand unter dem Motto "Zaubertheater/Theaterzauber". Doch noch dem mächtigsten Zauberer ist es bisher nicht gelungen, jene Diskussion erfolgreich zu beenden, die Klügls mit Ende der Saison 2005/06 auslaufende Linzer Intendanz ständig begleitete: die Debatte um ein neues Musiktheaterhaus für Linz. (APA)

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    Klügl profilierte sich in Linz mit seinem Team durch kluge Spielplanpolitik und cleveres Marketing.

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