Basel II: Große regionale Unterschiede bei Vorbereitung

18. Juli 2004, 18:24
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Studie: US-Banken und asiatische Institute bei Implementierung hinter europäischen Banken zurück

Wien - Die Banken in den USA und im asiatischen Raum bleiben bei der Vorbereitung auf Basel II im Allgemeinen hinter vergleichbaren europäischen Instituten zurück. Mehr als 60 Prozent der europäischen Banken sind bereits zur Implementierung der mit Basel II bezeichneten neuen Eigenkapitalvorschriften übergegangen.

Dagegen hätten dies bisher nur 12 Prozent der US-Banken und 15 Prozent der asiatischen Banken getan, geht aus einer weltweiten Gemeinschaftsstudie von Accenture, Mercer Oliver Wyman und SAP hervor, die am Montag veröffentlicht wurde.

Laut Studie haben drei Viertel der europäischen Banken strategische Bedarfsanalysen zu Basel II durchgeführt, während dies nur auf 12 Prozent der in die Studie einbezogenen US-Banken und 22 Prozent der Banken im asiatischen Raum zutrifft.

Verstärkter Wettbewerb

Die Banken rechnen mit einem verstärkten Wettbewerb im Bereich der Kreditgewährung an Privatkunden sowie an kleinere und mittlere Unternehmen (KMU). Eine Konsolidierung der Aktivitäten im Bereich große Unternehmen und Spezialfinanzierungen sowie selektivere Ansätze bei der Kreditvergabe in Entwicklungs- und Schwellenländern wird ebenfalls erwartet.

Am stärksten wird sich laut den befragten Banken in Europa, im Mittleren Osten und Afrika Basel II auf die Bepreisung von Krediten auswirken (58 Prozent). Im asiatischen Raum rechnen damit 41 Prozent, in Nord- und Südamerika nur sieben Prozent.

Unsicherheit über Gesamtkosten

Über die Gesamtkosten zur Einhaltung der neuen Eigenkapitalvorschriften herrscht große Unsicherheit. Fast ein Drittel gibt an, dass sie ihre Kosten nicht kennt. Die meisten Institute mit weniger als 100 Mrd. Dollar (82,4 Mrd. Euro) Bilanzsumme erwarten Kostenbelastungen von bis zu 50 Mio. Euro.

Zwei Drittel der größeren Banken rechnen mit mehr als 50 Mio. Euro. Um die Gesamtkosten niedrig zu halten, steht bei 63 Prozent der Banken vor allem eine Zentralisierung der Datenhaltung am Programm.

Die Banken gehen von deutlichen Geschäftsvorteilen durch eine verbesserte Kapitalallokation (63 Prozent) und ein verbesserte risikoadjustierte Bepreisung (53 Prozent) aus. Nur 37 Prozent erwarten einen Vorteil durch geringere regulatorische Kapitalanforderungen. Mehr als 70 Prozent planen, die fortgeschrittenen Ansätze nach Basel II sowohl für Kreditrisiken als auch für operationale Risiken einzuführen. (APA)

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