Österreichs Luft: Immer sauberer, doch erwärmungsfördernd

2. Juli 2004, 20:40
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Studie des Umweltbundesamtes: Weniger Schadstoffausstoß, dafür Anstieg der Treibhausgase

Wien - Der Ausstoß an klassischen Luftschadstoffen - Blei, Quecksilber, Schwefeldioxid, Stickoxide oder Dioxine - hat sich in den vergangenen Jahren in Österreich teilweise recht deutlich reduziert. Das geht aus einer nun veröffentlichten Studie des Umweltbundesamtes (UBA) mit dem Titel "Luftschadstoff-Trends in Österreich 1980-2002" hervor. Immer noch steigend sind dagegen die Zahlen bei den so genannten Treibhausgasen, vor allem Kohlendioxid und Methan.

Weniger Gift

Drastisch gesunken sind die Ausstöße an giftigen Metallen, allen voran Blei. Die Blei-Emissionen sanken zwischen 1990 und 2002 um 94 Prozent auf nunmehr rund 13 Tonnen pro Jahr. Der starke Rückgang ist dabei vor allem auf den Sektor Verkehr zurückzuführen - minus 100 Prozent durch unverbleites Benzin -, aber auch die Industrie konnte den Ausstoß um 80 Prozent senken. Nicht ganz so extrem, aber doch deutlich positiv sieht die Situation bei Quecksilber (minus 56 Prozent von 1990 bis 2002) und Cadmium (minus 33 Prozent von 1990 bis 2002).

Bei den Vorläufersubstanzen für gesundheitsgefährdendes bodennahes Ozon - vor allem flüchtige organische Verbindungen (VOC), Stickoxide und Kohlenmonoxid - melden die UBA-Experten teilweise positive Entwicklungen. So konnte der Ausstoß an VOC (ohne Methan) von 1990 bis 2002 von rund 298.000 auf 193.000 Tonnen gesenkt werden. Bei den Stickoxiden meldet der Bericht eine Reduktion im gleichen Zeitraum von rund 212.000 auf 204.000 Tonnen. Beim Kohlenmonoxid sank der Ausstoß von rund 1.249.000 auf 812.000 Tonnen pro Jahr.

Auch beim Schwefeldioxid - das unter anderem zur Versauerung beiträgt - weisen die Trends in den vergangenen Jahren deutlich nach unten. Von 1990 bis 2002 konnte ein Minus von 55 Prozent verbucht werden.

Mehr Staub und Treibhausgase

Eine Zunahme meldet das UBA dagegen für den jährlich vom Menschen verursachten Ausstoß an Staub. 1990 waren es noch rund 72.000 Tonnen, 2002 knapp 80.000 Tonnen. Als Hauptursache für diesen Trend nennen die Experten die Zunahme von Dieselmotoren. Diese produzieren vor allem feine Rußpartikel.

Ebenfalls keine Entspannung zeichnet sich bei den klimarelevanten Treibhausgasen ab. Hauptverursacher Nummer Eins des Treibhauseffektes, Kohlendioxid, wurde 1990 in einer Menge von etwas über 60 Millionen Tonnen in die Luft geblasen, 2002 waren es knapp 70 Millionen Tonnen. Diese Zunahme können leicht gesunkene Ausstöße an Lachgas und Methan im gleichen Zeitraum nicht kompensieren, außerdem sind die Emissionen an - ebenfalls klimarelevanten, fluorhältigen Gasen - gestiegen. Auf so genannte Kohlendioxid-Äquivalente umgerechnet weist das UBA eine Zunahme an Treibhausgasen von 1990 von rund 78 Millionen Tonnen auf 85 Millionen Tonnen aus.(APA)

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