Weltweite Wirtschaftserholung fasst Fuß

6. Juli 2004, 09:34
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BIZ: Für heuer globales Wachstum von 4,5 Prozent erwartet - US-Verschuldung und China-Inflation als mögliche Gefahren

Basel - Die weltweite Wirtschaftserholung hat laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Fuß gefasst. Die BIZ erwartet in ihrem am Montag vorgelegten Jahresbericht ein Wachstum der Weltwirtschaft von 4,5 Prozent in diesem Jahr. Ungleichgewichte im Welthandel könnten aber Instabilitäten verursachen, warnte sie.

Gemäß dem BIZ-Bericht beeinflussen die USA und China die derzeitige weltweite Konjunkturerholung unverhältnismäßig stark. Dies bedeute gleichzeitig, dass Japan und die größeren kontinentaleuropäischen Volkswirtschaften ihren Beitrag nicht leisteten. Dort sei die Inlandsnachfrage noch schwach und die Erholung zu sehr vom künftigen Exportwachstum abhängig.

Ungleichgewichte machen Sorgen

Sorgen machen der "Bank der Zentralbanken" Ungleichgewichte der Wachstumsmotoren USA und China und deren längerfristigen Konsequenzen. In den USA hielten die Verbraucher ihr Ausgabenniveau bei gedämpftem Einkommenswachstum durch Schulden aufrecht. Dies könne bei steigenden Zinsen künftige Ausgaben beeinträchtigen.

Zudem könnte die hohe Auslandverschuldung der USA den Dollar belasten und wiederum höhere US-Zinsen sowie Verluste auf ausländischen Dollaranlagen verursachen. Größte Sorge zu China sei, dass die außergewöhnlich hohen Anlageinvestitionen kurzfristig zu Inflation und längerfristig zu unrentablen Kapazitätsüberschüssen beitrügen.

Höhere Sparquoten in Defizitstaaten

Die Ungleichgewichte im Welthandel erfordern laut BIZ höhere Sparquoten in Defizitstaaten und niedrige Sparquoten in Überschussländern sowie entsprechende Veränderungen der realen Wechselkurse. Länder mit Außenhandelsüberschüssen, die bei der Anpassung der realen Wechselkurse zögerten, könnten damit konfrontiert werden, dass ihre Währungen inflationsbedingt in realer Betrachtung aufwerteten.

Besonders in Japan, Kontinentaleuropa und aufstrebenden Volkswirtschaften stellte die BIZ weiteren Reformenbedarf fest. Bei Strukturreformen im Finanzsektor sei die angemessene Balance zwischen Sicherheit und Effizienz zu finden, erklärten die Experten. (APA)

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