Astra kauft Premiere-Sendezentrum - Mehr Spartenkanäle geplant

6. Juli 2004, 13:39
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41-Millionen-Euro-Investment - DPC-Erwerb öffnet Pay-TV-Markt - Für Premiere wichtiger Teil der Neuausrichtung abgeschlossen

Europas führender Satellitenbetreiber SES Astra übernimmt das moderne Sendezentrum des Bezahlsenders Premiere. Für 41,2 Mio. Euro kaufe SES Astra 75,2 Prozent an dem Dienstleister für digitale Übertragung und Technologie DPC Digital Playout Center, teilten beide Unternehmen am Montag in München und im luxemburgischen Betzdorf mit. Der Verkauf muss von den zuständigen Behörden noch genehmigt werden, die Unternehmen rechnen im Jahresverlauf mit grünem Licht.

Der Kauf ermögliche eine Ausweitung der Spartenprogramme in Deutschland. Mit dem Kauf von DPC öffne sich erstmals der Markt für Pay-TV-Anbieter, sagte Astra-Chef Ferdinand Kayser. Fernsehanbieter müssten sich demnach künftig nicht mehr in Abhängigkeit von Premiere begeben. Verbraucher sollen künftig über eine Smart-Card viele verschlüsselte Sender empfangen können.

Neuausrichtung abgeschlossen

Premiere sieht mit dem Geschäft einen wichtigen Teil seiner Neuausrichtung abgeschlossen. Der Bezahlfernseh-Sender will sich künftig auf die Bereiche Programm und Marketing konzentrieren. "Ich bin überzeugt, dass die DPC als senderunabhängiger, neutraler Dienstleister unter dem Dach von SES Astra bessere Entwicklungschancen hat als bisher", sagte Premiere-Chef Georg Kofler. Mit der DPC werde der letzte große Technikbereich des Abo-Senders an einen spezialisierten Anbieter übergeben. Zugleich schloss Premiere mit DPC einen Servicevertrag zur Programm-Übertragung ab.

Fragmentierung des Marktes verhindern

DPC soll Deutschlands erste und einzige offene TV-Plattform für Abonnenten auf Grundlage von Premiere-tauglichen Digital-Receivern einführen. "Ziel des Projekts ist, eine Fragmentierung des Marktes zu verhindern", erklärte Kayser. DPC sorgt mit seinen 200 Mitarbeitern vor allem für die Übertragung von digitalen Programmen. Von München aus werden mehr als 100 analoge und digitale Fernseh- und Radioprogramme sowie Datendienste zum Satelliten gesendet. DPC setzte im vergangenen Jahr 31 Mio. Euro um wird nach Astra-Angaben ohne Schulden übernommen.

In ganz Deutschland empfangen 14,5 Mio. Fernseh-Haushalte ihr Fernsehprogramm über Astra-Satellit, knapp drei Millionen davon digital. Bis Ende 2005 solle der Anteil der Astra-Haushalte mit Digital-Receivern auf 5,3 Millionen gesteigert werden, hieß es. (APA/dpa)

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