"Die Rundschau ist eine herrliche"

    26. Juni 2004, 13:28
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    Steil, aber lohnend: Eine Tour auf den Türnitzer Höger

    Die Anstiege auf den 1372 m hohen Türnitzer Höger sind durch die Bank steil und etwas beschwerlich. Der Rundblick vom Gipfel aber entschädigt bei weitem für den vergossenen Schweiß. So heißt es in einer Beschreibung aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert: "Die Rundschau ist eine herrliche . . . Massig und in gewaltigen Formen ragt der Schneeberg empor, an Obersberg und Preineck reiht sich die zerschundene Gipplmauer, und stolz baut sich neben der Hofalpe der Göller auf; ein weiter Blick öffnet sich dann gegen die mächtigen Häupter der Ennstaler Berge sowie gegen Veitsch und Hochschwab, welches Bild durch den kühn aufragenden Ötscher in wirksamer Weise abgeschlossen erscheint. Andererseits entsteigt dem Hohenberger Tale, instruktiv gegliedert, die Reisalpe und Klosteralpe, während im näheren Umkreise fast vollzählig die Schar unserer schönen heimischen Voralpen das Auge erfreut." Das klingt zwar ein bisschen schwülstig, animiert aber zu einer Tour.

    Den Bergwanderer erfreut auch eine einmalige Pflanzenwelt: Vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst findet man die schönsten Blüten vor. Knapp unterhalb des Gipfels gibt es mehrere Höhlen, deren Befahrung aber den kundigen Forschern vorbehalten bleibt, denn die Einstiege sind schwierig und gefährlich.

    Will man den Rückweg auf der Anstiegsroute vermeiden, bietet sich eine Überschreitung nach Hohenberg an; man kann dann mit der Bahn oder einem Marsch von einer Dreiviertelstunde zum Ausgangspunkt Furthof zurückkehren. Die Tour ist relativ lang und wegen des steilen Anstiegs etwas mühsam, aber sehr abwechslungsreich.

    Die Route: Von der Bahnhaltestelle Furthof führt die rote Markierung gemütlich ins Högerbachtal, dann geht es steil durch den Dachsgraben und später in Serpentinen hinauf zum Kamm und zur Schutzhütte neben dem höchsten Punkt. Gehzeit 3 Stunden. Dann steigt man ein kurzes Stück auf der Anstiegsroute ab, behält die Richtung bei und gelangt auf roter Markierung durch einen Sattel zum Anstieg auf den Stadelberg. Noch vor dem höchsten Punkt zweigt man nach links – auch rot – ab und wandert über den Stadelbergkamm hinab nach Hohenberg. Gehzeit ab Türnitzer Höger 3 Stunden.

    Gesamtgehzeit 6 Stunden, Höhenunterschied rund 1100 m. Hütte auf dem Türnitzer Höger an Wochenenden und Feiertagen einfach bewirtschaftet. Bundesamtskarte 1:25.000 der 1:50.000, Blatt 73 (Türnitz) und 74 (Hohenberg); Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge

    Von Bernd Orfer
    • Die Schutzhütte

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