Die Donau als gefährdeter Fluss

5. Juli 2004, 13:04
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Donauschutzkonvention ist zehn Jahre alt - WWF warnt vor Zerstörungen

Wien - Seit zehn Jahren besteht die Donauschutzkonvention, am Dienstag wird der erste internationale Danube Day begangen. Vom WWF kam zu diesem Anlass eine Warnung: "Europas Lebensader ist in Gefahr." Konfliktpunkte sind das Delta in der Ukraine, das Kopacki Rit in Kroatien/Serbien und der heimische Donau-Nationalpark, wo für die Schifffahrt bereits Lebensräume zerstört oder die Planungen für einen solchen Ausbau vorangetrieben würden.

Der WWF rief die betroffenen Staaten sowie die EU-Kommissarinnen für Umwelt und Verkehr, Margot Wallström und Loyola de Palacio, auf, die Projekte zu stoppen und Rahmenbedingungen für eine ökologisch vertretbare Schifffahrt zu schaffen. Die Donau rangiere in einer WWF-Studie unter den 21 weltweit gefährdeten Flüssen, kritisierte Wasserexperte Ulrich Eichelmann.

Schauplatz Österreich

Im Bereich Wien - Preßburg soll erstmals eine Strecke über die von der Donaukommission empfohlene Fahrwassertiefe von 2,50 Meter hinaus ausgebaut werden. Das österreichische Verkehrsministerium strebe 2,80 Meter an - und das im Nationalpark, kritisiert der WWF.

In der Ukraine werde mitten durch den am besten erhaltenen Teil des Donaudeltas ein Schifffahrtskanal gebaggert. Damit wird laut WWF der Lebensraum von tausenden Vogelpaaren und Millionen Fischen zerstört. Auch im Kopacki Rit, dem Binnendelta am Zusammenfluss von Donau und Drau, gebe es Ausbaupläne.

"Nach Angaben der EU sollen ca. 1.000 Kilometer, mehr als ein Drittel des gesamten Stromes, für die Schifffahrt ausgebaut werden", so der WWF. Mehr als 65 Prozent der von der EU als "Flaschenhälse" definierten Strecken seien Natura 2000-Gebiet oder Natura 2000-würdig.

Mächtiger Fluss

Die Donau ist mit mehr als 2.800 Kilometern nach der Wolga der zweitlängste Fluss Europas. Zehn Staaten durchließt sie auf ihrem Weg ins Schwarze Meer. Etwa 80 Millionen Menschen leben in ihrem Einzugsbereich.

An der oberen Donau, in Deutschland und Österreich, sind laut WWF nur noch Reststrecken intakt, stromabwärts existieren aber ausgedehnte Flussjuwele, die durch den Ausbau laut WWF gefährdet würden. Dazu zähle die Strecke zwischen dem slowakischem Kraftwerk Gabcikovo und dem "Donauknie" flussaufwärts von Budapest mit dem Nationalpark Danube-Ipoly sowie die Auenlandschaft stromabwärts der ungarischen Hauptstadt mit dem größten Auwaldkomplex Mitteleuropas im Duna-Drava National Park mit seinen großen Vogelkolonien. (APA)

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