Vollständige Liberalisierung des EU-Strommarkts rückt näher

8. Juli 2004, 15:49
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Ab 1. Juli freie Lieferantenwahl für Gewerbekunden - EU-weite Vollliberalisierung muss für Haushalte bis Juli 2007 kommen

Essen/Berlin - Die vollständige Liberalisierung des europäischen Strommarkts rückt zum 1. Juli zumindest für Unternehmenskunden ein Stück näher. Von Monatsbeginn an müssen alle Mitgliedstaaten der EU den Gewerbetreibenden die freie Wahl des Stromanbieters ermöglichen.

Übergangsfristen nur noch für einzelne Beitrittsstaaten

Übergangsfristen gibt es nur noch für einzelne Beitrittsstaaten. Vor allem in großen EU-Mitgliedsstaaten wie Deutschland, aber auch in Österreich, ist die vollständige Marktöffnung dagegen bereits umgesetzt. In Österreich ist der Strommarkt seit Oktober 2001 bis hin zu den Haushaltskunden voll liberalisiert, der Gasmarkt seit Herbst 2002.

Während "Musterknaben" wie Deutschland, Dänemark, Finnland, Großbritannien, Österreich und Schweden die Strom-Marktöffnung bereits zu 100 Prozent umgesetzt haben, sind die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland mit einer Öffnung ihres Markts zwischen zehn und 17 Prozent die Schlusslichter.

Frei Anbieterwahl für Endverbraucher ab 2007

Erst in drei Jahren, zum 1. Juli 2007, sollen auch alle europäischen Endverbraucher von einer 100-prozentigen Strom-Marktöffnung profitieren. Das hatten die EU-Energieminister Ende 2002 mit der so genannten Richtlinie zur Beschleunigung der Binnenmarktliberalisierung beschlossen.

Zunächst hatte es in der EU eine verordnete Marktöffnung in kleinen Schritten gegeben: Nach einer Öffnung der Märkte mit zunächst 23 Prozent vor gut sieben Jahren war dieser Wert schrittweise bis auf die bis Ende Juni geltenden 33 Prozent hochgesetzt worden. (APA/dpa)

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