Richtiges Wissensmanagement bringt Firmen saftiges Plus

5. Juli 2004, 12:42
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Knowledge-Management-Konferenz nächste Woche in Graz

"Erst wenn man vorhandene Ressourcen transparent macht, kann Wissen überhaupt effizient genutzt werden. Und das bringt Vorteile - finanzielle Vorteile", erklärt Klaus Tochtermann das Interesse der Unternehmen für den Bereich Wissensmanagement. Immerhin, so der Geschäftsführer des Grazer Kompetenzzentrums Know-Center weiter, würden zwischen 40 und 60 Prozent der Arbeitszeit eines durchschnittlichen Büroangestellten durch schlechte Verwaltungssysteme verloren gehen. "Das bedeutet für die Firmen einen Ausfall von etwa fünfzehn Prozent ihrer Einnahmen", skizziert Tochtermann auch gleich das Einsparungspotenzial.

Um diese Gelder zu lukrieren, werden bis Ende des heurigen Jahres bereits 65 Prozent aller Industriebetriebe über eine eigenes Konzept für Wissensmanagement verfügen. Bis 2008 wird einer Studie von Xerox Industrial Business Survey zufolge ein Anstieg auf 80 Prozent prognostiziert.

Bestandsaufnahme

Im Kompetenzzentrum in Graz kennt man verschiedene Verfahren zur Optimierung des Einsatzes von Ressourcen. Am Beginn steht jedoch immer eine Bestandsanalyse des Unternehmens: "Neben den organisatorischen Prozessabläufen und dem technologischen Background beleuchten wir auch die kulturelle Ebene", sagt Tochtermann und meint damit vor allem die Kommunikationskultur unter den Mitarbeitern. Wegen der hohen Innovationsgeschwindigkeit unserer Gesellschaft sei das Personal heute die "mit Abstand wichtigste Unternehmensressource".

Sind die Problemfelder erst definiert, kommen bis zu 150 verschiedene Einzelmaßnahmen zum Einsatz. Tochtermann nennt ein Beispiel aus dem IT-Segment: So hätte man in Graz eine Anwendung zur Optimierung von Datenbank-recherchen entwickelt. "Durch ein verbessertes Suchverfahren und die intelligentere Ergebnisdarstellung ist es gelungen, die Suchdauer auf maximal zwei Minuten zu reduzieren." Mit einem herkömmlichen System wie Google dauere es Studien zufolge im Schnitt 15 Minuten, bis die vom User gewünschte Information gefunden sei, so Tochtermann. Um jeden Unternehmensbereich optimal abzudecken, arbeiten im Know-Center 30 Mitarbeiter verschiedenster Qualifikationen. Betriebswirte, Informatiker und Organisationspsychologen versuchen gemeinsam, das Maximum aus den Ressourcen jeder Firma zu holen.

Mit dem Thema Wissensmanagement beschäftigt sich auch eine vom Kompetenzzentrum organisierte dreitägige Konferenz, "I-Know '04", die nächste Woche in Graz stattfindet. Zum vierten Mal diskutieren mehr als 300 Teilnehmer aus rund 20 Nationen unter dem Motto "Wissen richtig managen". (Angelika Slavik/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28. 6. 2004)

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