Hintergrund: Teil eins tritt in Kraft

12. Juli 2004, 17:17
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Höhere Pendlerpauschale, neuer Kinderzuschlag, Elternteilzeit

Wien - Mit Donnerstag, 1. Juli, tritt der erste, vorgezogene Teil der Steuerreform 2005 in Kraft. Das Pendlerpauschale wird rückwirkend mit Jahresbeginn um 15 Prozent, der Alleinverdienerabsetzbetrag um einen Kinderzuschlag erhöht.

Ab Juli werden die neuen Sätze bei der Gehalts- bzw. Lohnverrechnung berücksichtigt. Für das erste Halbjahr kann der Arbeitgeber die Lohnverrechnung "aufrollen", also eine nachträgliche Auszahlung veranlassen. Geschieht das nicht, muss der Arbeitnehmer das ihm zustehende Geld im Zuge des Jahresausgleichs geltend machen. Das Entlastungsvolumen gibt die Regierung mit 250 Mio. Euro jährlich an.

Der Kinderzuschlag zum Alleinverdienerabsetzbetrag ist nach der Kinderzahl gestaffelt. Für das erste Kind beträgt er 130 Euro, für das zweite 175 Euro und für jedes weitere Kind 220 Euro pro Jahr. Neu ist aber auch die Anhebung der Zuverdienstgrenze von 4400 auf 6000 Euro pro Jahr.

Die Erhöhung des Pendlerpauschales muss der Arbeitgeber bei der Lohnverrechnung automatisch berücksichtigen. Um in den Genuss dieser Leistung zu kommen, muss der Arbeitnehmer nicht von sich aus aktiv werden.

Kinderzuschlag nur auf Antrag

Anders beim Kinderzuschlag zum Alleinverdienerabsetzbetrag: Voraussetzung dafür ist ein Antrag an den Arbeitgeber. Das dafür vorgesehene Formular "E 30" steht auf der Homepage des Finanzministeriums zum Download zur Verfügung (www.bmf.gv.at).

Außerdem tritt die neue Elternteilzeit in Kraft. Berufstätige Eltern haben ab 1. Juli unter bestimmten Umständen einen Rechtsanspruch auf Teilzeit. Der Anspruch auf eine Rückkehr zur Vollarbeit gilt bis zum siebenten Lebensjahr oder einem allfällig späteren Schuleintritt des Kindes.

Als Voraussetzung gilt: So können Eltern den Rechtsanspruch nur nutzen, wenn sie in einem Betrieb mit mehr als 20 Mitarbeitern tätig sind und in dem entsprechenden Unternehmen schon seit mindestens drei Jahren beschäftigt sind. Karenzzeiten sind hier anzurechnen. (APA/DER STANDARD Printausgabe, 28.06.2004)

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