Hightech-Autos machen Probleme

5. Juli 2004, 11:26
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Computertechnologie gilt als Innovationstreiber aber auch als Fehlerquelle

Die Computertechnologie gilt als Innovationstreiber in der Autobranche. Obwohl immer mehr Elektronik und Software im Auto die Fehleranfälligkeit erhöhen, setzen die Entwickler auf technologische Konsequenz. Zentralrechner wie im Flugzeug sollen die Vielzahl von Steuergeräten ersetzen und helfen, der Komplexität Herr zu werden, schreibt das Technologiemagazin Technology Review in der Ausgabe 7/04.

Komplex

Seit Elektronikprobleme Millionen kosten und wirtschaftliche Dimensionen erreicht haben, ist die Beherrschung der Komplexität das aktuelle Thema in den Vorstandsetagen der Autohersteller. In der größten Rückrufaktion der Firmengeschichte musste jüngst Mercedes 680.000 Fahrzeuge der E-Klasse wegen Problemen mit der elektrohydraulischen Bremse SBC in die Werkstatt zurückordern.

Begrenzung

Da die Hersteller die Komplexität in ihren Autos nicht zurückfahren können, wollen sie mit drei Strategien die Elektronikprobleme in den Pannenstatistiken eindämmen: Zum einen mit Software-Standards, offenen Schnittstellen und mehr Kompatibilität, um so das Zusammenspiel von Hardware und Software unterschiedlicher Hersteller zu verbessern. Zum anderen mit der zeitgesteuerten Datenkommunikation. Zeitgesteuerte Bussysteme sollen im Auto dafür sorgen, dass es zu keinen Datenkollisionen kommt oder Informationen wegen Überlastung verloren gehen bzw. mehrfach verschickt werden. Der dritte Lösungsansatz ist die zentrale Steuerung der gesamten Elektronik: Statt einer unübersichtlichen Vielzahl von unterschiedlichen Steuergeräten, bedient man nur einen redundant ausgelegten Zentralrechner, der das ganze Fahrzeug managt.

Verschoben

Zwar gelten die X-by-wire-Konzepte - wie Technology Review berichtet - momentan als ausgesetzt, aber langfristig werden sich Konzepte wie das EU-Projekt PEIT (Powertrain Equipped with Intelligent Technologies) durchsetzen. Nach dem Vorbild Airbus entwickelt ein Konsortium unter Führung von DaimlerChrysler derzeit ein visionäres Konzept für einen integrierten Antriebsstrang in Nutzfahrzeugen. Bei dem Projekt, das im September dieses Jahres abgeschlossen sein wird, aktiviert der Fahrer mit seinem "Bewegungswunsch" ein Drive-by-wire-Modul, das unter anderem aus steer-by-wire (elektronische Lenkung) und brake-by-wire (elektronische Bremse) besteht. Die Konsequenz ist die völlige Entkopplung von Fahrer und Antriebsstrang. In Kombination mit intelligenten Fahrerassistenzsystemen sollen Konzepte wie PEIT das Automobil der Zukunft neu definieren. (red)

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