Zu viel Fernsehen beschleunigt sexuelle Reifung

9. Juli 2004, 23:27
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Experiment in der Toskana zeigte negative Effekte auf das Hormonsystem

Zu viel Fernsehen hat negative Effekte auf das Hormonsystem und beschleunigt die sexuelle Reifung von Kindern. Dies ergab ein Gruppenexperiment in einem Dorf in der Toskana, in dem italienische Forscher die Folgen des Fernsehens auf den Nachwuchs erforscht haben. Die Kinder, denen eine Woche lang das Fernsehen verboten wurde, hatten 30 Prozent mehr Melatonin im Blut als vor Beginn des Experiments.

Zu wenig Melatonin bewirkt Schlafstörungen und ist für eine verfrühte sexuelle Reifung der Kinder verantwortlich, betonten die Ärzte. Die Forscher der Universität Florenz führten die Störungen auf das hormonelle System durch die elektromagnetische Strahlen des Fernsehapparats zurück, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" in ihrer Sonntagsausgabe.

In der 9.000-Seelen-Gemeinde Cavriglia verzichteten rund 50 Familien und ihre Kinder eine Woche im Mai freiwillig lang aufs Fernsehen. Statt ihre Kleinen vor dem TV-Gerät "abzustellen", mussten die Eltern ihre Sprösslinge zum Spielen anhalten. Abends wurden Geschichten vorgelesen wie die Kinderärzte von der Universität Florenz angegeben hatten. Ziel des Experiments war, die Folgen einer "Fernseh-Entgiftung" auf Kinder zu erforschen, die täglich drei Stunden lang vor der "Glotze" verbrachten. (APA)

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