Neben Viva-Übernahme weitere Zukäufe von Viacom möglich

9. Juli 2004, 23:27
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US-Konzern auf deutschem Fernsehmarkt bisher eine "Randerscheinung"

Neben der geplanten Mehrheitsübernahme des deutschen Medienkonzerns Viva Media hält der US-Konzern Viacom nach weiteren Zukaufmöglichkeiten in Deutschland Ausschau. "Weitere Akquisitionen sind möglich, aber zunächst konzentrieren wir uns darauf, unsere Kanäle neu zu positionieren", sagte Viacom-Co-Präsident Tom Freston laut einer Vorausmeldung vom Samstag gegenüber dem Magazin "Der Spiegel".

Der Erwerb von Viva sei für Viacom ein bedeutender strategischer Zug. Viacom habe schon versucht, ProSiebenSat.1 zu erwerben, doch der US-Geschäftsmann Haim Saban sei schneller gewesen, sagte Freston. Deutschland sei der zweitwichtigste Fernsehmarkt, und bisher sei Viacom dort nur eine "Randerscheinung" gewesen. "Das wird sich nun ändern", ist Freston überzeugt.

Einer der Hauptgründe fürs Interesse

Viacom werde an der zu Viva Media gehörenden Produktionsgesellschaft Brainpool festhalten, sagte der Viacom-Vizepräsident weiters. Brainpool produziert unter anderem die Late-Night-Show von Anke Engelke. "Brainpool war einer der Hauptgründe für unser Interesse", sagte Feston.

Viacom bezahlte für den rote Zahlen schreibenden Medienkonzern 309 Millionen Euro, was von Branchenkennern als hohe Summe angesehen wird. 2003 hatte Viva Media nach Steuern einen Verlust von 42,3 Millionen Euro verbucht. Im ersten Quartal 2004 stieg der operative Verlust weiter an. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen geringeren Verlust als im Vorjahr. (APA/Reuters)

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